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Reporter ohne Grenzen: Petition für ägyptische Blogger

November 11th, 2011 · Bürgerjournalismus, Citizen Journalism, In eigener Sache, Journalismus

rog_logo_neuReporter ohne Grenzen, dessen Vorstand ich angehöre, startet heute ein “Petition zur Einstellung der Verfolgung von Internet-Dissidenten sowie zur umgehenden und bedingungslosen Freilassung der ägyptischen Blogger Maikel Nabil Sanad und Alaa Abdel Fattah”. Nachfolgend die Begründung, hier kann direkt unterzeichnet werden.

Im Post-Mubarak-Ägypten verschlechtert sich die Lage von Online-Dissidenten zunehmend. Die Meinungsfreiheit im Internet wird beschnitten. Es droht die Rückkehr in die Ära Mubarak. Unter der Übergangsregierung wurden zwei Blogger festgenommen und einer von ihnen durch das Militärgericht zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Zivilisten dürfen nicht vor Militärgerichte gestellt werden. Der Übergang zu Demokratie und Menschenrechten ist gefährdet.

Maikel Nabil Sanad

Ein Militärgericht verurteilte den 25-jährigen Maikel Nabil Sanad am 10. April. 2011 zu drei Jahren Haft. Er soll das Militär beleidigt, falsche Informationen verbreitet und die öffentliche Ordnung gestört haben. Sanad, ein Kriegsdienstverweigerer, veröffentlichte in seinem Blog einen kritischen Bericht zur Rolle des Militärs während der Revolution im Januar.

Aus Protest gegen die unrechtmäßige Gefängnisstrafe ist der inhaftierte Blogger am 23. August 2011 in den Hungerstreik getreten. Seitdem hat sich sein gesundheitlicher Zustand erheblich verschlechtert. Die Anhörung im Berufungsverfahren wurde mehrfach verschoben. Am 18. Oktober entschied ein Gericht, ihn in eine psychiatrische Klinik einzuweisen.

Alaa Abdel Fattah

Zuletzt wurde am 30. Oktober 2011 der prominente ägyptische Blogger Alaa Abdel Fattah festgenommen. Ihm wird vorgeworfen bei der Demonstration von koptischen Christen am 9. Oktober in der ägyptischen Hauptstadt zur Gewalt aufgerufen zu haben. Er wollte lediglich über die Ereignisse berichten und half während des Protestes, Verletzte ins Krankenhaus zu schaffen.

Petitionsschreiben an den Obersten Rat der Streitkräfte

Ihre Exzellenz Essam Scharaf, Ministerpräsident von Ägypten,

Blogger und Aktivisten haben das Recht, ihre Meinung kundzutun, auch dann, wenn die Übergangsregierung diese Meinung nicht teilt. Dies gehört zu einem demokratischen System, zu dem sich ihr Land bekennt. Die Repressionen gegen Blogger und Internetnutzer müssen enden und die Zensurmaßnahmen eingestellt werden.

Mit Alaa Abdel Fattah und Maikel Nabil Sanad wurden zwei ägyptische Internet-Aktivisten verhaftet. Der Blogger Maikel Nabil Sanad wurde zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe durch ein Militärgericht verurteilt. Der Oberste Rat der Streitkräfte muss der Strafverfolgung von Zivilisten vor Militärgerichten ein Ende setzen, oder Sie gefährden den erfolgreichen Übergang Ägyptens zur Demokratie.

Wir fordern die Militärregierung auf, die Verfolgung von Internet-Dissidenten einzustellen sowie die Blogger Alaa Abdel Fattah und Maikel Nabil Sanad sofort freizulassen.

Wir möchten Sie außerdem daran erinnern, dass das Sammeln und Verbreiten von Informationen ein Recht ist, das im Artikel 19(2) des „Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte“, den Ägypten unterzeichnet hat, garantiert wird. Dies beinhaltet „das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung; dieses Recht schließt die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“

Bitte klicken Sie hier, um diese Petition zu unterzeichnen!

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Abschlussdiskussion der DJV-Fachkonferenz “Besser Online” – das Video

September 19th, 2011 · In eigener Sache, Journalismus, Social Media, Verlage

Philipp Ostrop hat für sein Blog ein Video der Abschlussdiskussion der DJV-Fachkonferenz “Besser Online” aufgezeichnet an der ich beteiligt war:

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“Denken fürs Web” statt “Schreiben fürs Web”

September 17th, 2011 · Journalismus

Update 19. September – ich habe den Beitrag umformuliert und ergänzt, weil in der ersten Fassung u.U. nicht ganz klar wurde, was das mit den Geschichten auf sich hat.

Sitze in einer Diskussion zur Frage “Hat das iPad die Verlage gerettet” bei der DJV-Tagung “Besser Online”. Jemand sagte, dass die ganzen Schulungen zum “Schreiben fürs Web” übertrieben bis unsinnig seien, da es in erster Linie im Journalismus immer noch um Geschichten gehen müsse.

Da klafft offenbar eine riesige kognitive Lücke, und ich merke gerade, dass ich selber 10 Jahre dazu beigetragen habe – so lange habe ich nämlich Seminare mit dem Titel “Schreiben fürs Web” unterrichtet. Und nun merke ich, dass es von Anfang an “Denken für das Web” hätten heißen müssen. Denn natürlich geht es im Journalismus oft um Geschichten – s. dazu auch das Video unten. (Allerdings lange nicht immer, und auch das ist gut so.)

Aber Geschichten können unendlich viele Formen annehmen, und es kommt eben darauf an, sie für jedes Medium angemessen zu erzählen. Daher habe ich in meinen Seminaren immer versucht herauszuarbeiten, dass es nicht um den Schreibstil geht, der im Internet anders sein müsse, wie es von vielen lange behauptet (und gepredigt) worden war – denn der hängt davon ab, wen man mit der Geschichte erreichen will (ja, der Zielgruppe, auch wenn ich den Begriff selber ungern verwende). Sondern es geht darum, eine dem Medium angemessen Form zu finden.

Im Grunde ist es das, was “Multimedia Storytelling” aussagen soll, aber darin liegt wieder das Problem, dass dann jeder mit tiefer Überzeugung sagt, es bringe nichts, überall bunte Bildchen und schlecht gemachte Videos (”der tägliche Bewegtbildunfall” – +Markus Hündgen ) dranzuhängen. Aber genau darum geht es nicht, sondern darum, was Alan Rusbridger so ausgedrückt hat: “We want our journalism to be linked in with the web – be ‘of the web’, not simply be on the web.”

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Was bleibt vom Hype? Journalismus. Fachkongress “Besser Online” des DJV

September 15th, 2011 · In eigener Sache, Journalismus, Publizieren, Social Media, Veranstaltungen

Logo Besser-Online-Fachkonferenz DJV

Am Samstag werde ich in Bonn an der Besser-Online-Fachkonferenz des DJV teilnehmen, die dieses Mal unter dem Motto steht: Was bleibt vom Hype? Journalismus. Das letzte Mal war ich 2006 zu Gast; es wird bestimmt spannend sein zu sehen, was sich verändert hat.

Hier die Tweets zum Hashtag #djv_bo


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Er so: “Googles U-Boot!” Ich so: “Journalismus!” – Eine Antwort auf Christoph Keese

August 26th, 2011 · In eigener Sache, Internet-Regulierung, Journalismus, Leistungsschutzrecht, Lobbyismus, Verlage

kleines Ratespiel: Wer wird hier von wem wofür bezahlt? Auflösung am Ende des Beitrags

Christoph Keese, Absolvent der Henri-Nannen-Schule, Ex-Chefredakteur der FTD und der Welt am Sonntag, behauptet in seinem Online-Tagebuch presseschauder, ich engagiere mich “schwungvoll” in der Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht (IGEL).

Offenbar trifft auf Keese zu, was Hans Leyendecker gern in Vorträgen etlichen seiner Kollegen unterstellt: Recherche bedeute für sie, sich von der Sekretärin eine Telefonnummer heraussuchen zu lassen. Aber das muss den Ex-Journalisten Keese auch nicht mehr kümmern, denn er ist jetzt “Außenminister” der Axel Springer AG, was offiziell Konzerngeschäftsführer Public Relations heißt.

Womöglich glaubt er jedenfalls, dass man es auf der anderen Seite des Schreibtischs mit den Fakten nicht so genau nehmen muss. Ich tue das allerdings, daher möchte ich hier feststellen, dass ich mich nie in der Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht engagiert habe, weder schwungvoll noch schleppend. Ferner beabsichtige ich auch nicht, das zu tun. Sollte Keese einen Beleg für das Gegenteil haben, würde ich ihn gern sehen. Sein Online-Tagebuch-Eintrag wäre der richtige Platz gewesen, ihn zu veröffentlichen.

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In eigener Sache: Vorstandsmitglied bei Reporter ohne Grenzen

Mai 21st, 2011 · In eigener Sache, Internet Governance, Internet-Regulierung, Journalismus, Lobbyismus


Endlich Urlaub! Leider vorbei. Aber der Grund dafür, dass hier seit recht langer Zeit nichts mehr zu sehen war. Passiert ist dennoch einiges. Unter anderem bin ich in den Vorstand der deutschen Sektion von Reporter ohne Grenzen berufen worden. Eine große Ehre, zweifellos. Ich werde mich bemühen, ihr gerecht zu werden.

Wie zu erwarten, soll ich mich im Vorstand vor allem um Pressefreiheit im Netz kümmern. Das wird dort eine besonders spannende Aufgabe sein, denn RoG hatte schon seit langem meine Sympathie, weil sie sich immer wieder für Blogger und Internetaktivisten eingesetzt haben, als deutsche Journalisten noch über die Frage Sind Blogger Journalisten? diskutiert haben – die auch in demokratischen Ländern wie Deutschland sinnlos (bzw. längst beantwortet) ist, in Ländern mit stark eingeschränkter Pressefreiheit sogar gefährlich sein kann. Denn dort sind es oft genug Blogger, die die Aufgabe übernehmen, die eigentlich die Presse übernehmen müsste.

Passend zum Thema Pressefreiheit und RoG hat mein Kollege David Pachali gerade das Seminar “Das ist meine Meinung!”- Meinungs- und Pressfreiheit in Europa für Berliner Auszubildende und Jugendliche am Wannseeforum mitgeleitet und einen Film produziert, der das heftig umstrittene ungarische Pressegesetz aufs Korn nimmt (und RoG kommen auch vor):

…und Orbán kann glücklich sein from wannseeFORUM on Vimeo.

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kleiner Rückblick auf die re:publica

April 17th, 2011 · In eigener Sache

Das re:publica-Team hat einige schöne Videos produziert, um die Stimmung auf der Konferenz einzufangen. Hier ist eins davon, in dem icke auch was sagen darf.

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Interview zum Urheberrecht bei DCTP-TV

April 16th, 2011 · AGB, Abmahnungen, DRM, E-Books, In eigener Sache, Internet Governance, Internet-Regulierung, Journalismus, Lobbyismus, Urheberrecht, Verlage, Video, angemessene Vergütung, digitales Publizieren, eBook

Philip Banse hatte mich während des Abschlussworkshops der dritten Initiative des Internet & Gesellschaft Collaboratory gefragt, warum es einen so heftigen Streit ums Urheberrecht gibt. Nun ist das Video online:

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Changemakers – WirWebWeltveränderer. Theaterstück mit anschließender Diskussion

April 13th, 2011 · Datenschutz, In eigener Sache, Social Media, Urheberrecht, Veranstaltungen

Heute Abend lädt die Friedrich-Naumann-Stiftung zu einem Theaterstück mit anschließender Diskussion in die Neuköllner Oper, an der padeluun, Sebastian Blumenthal und ich teilnehmen. Die Beschreibung:

Unsere Welt ist in Gefahr. Wir müssen etwas tun, mu?ssen uns und den blauen Planeten retten. Aber wie? Im Web, wo sonst! Eine Vielzahl von Stimmen erklingt polyphon aus dem Netz: zuversichtliche Weltverbesserer, eifrige Fairtrade-Aktivisten, einsame Blogger genauso wie esoterische Schwärmer… ein virtuelles Heer der Changemakers.

Yes, we can – change the world!

Changemakers ist eine aus Blogs, Chats und Websites zusammengestellte Collage origineller und originaler Texte, montiert zu einem vokalen Spiel zwischen Sprache, Rhythmus und Gesang.

Für dieses deutsch-tschechische Projekt arbeiten der preisgekrönte tschechische Theaterregisseur und Autor Jiri Adámek und sein Bruder, der Komponist Ondrej Adámek (Unesco-Stipendiat 2002), erstmals an der Neuköllner Oper. Die Friedrich-Naumann- Stiftung für die Freiheit ist Kooperationspartner dieses Projekts.

Im Anschluss an das Theaterstück wird über das Internet, über Möglichkeiten und Freiheiten der digitalen Gesellschaft in einer globalisierten Welt, über Partizipationsmöglichkeiten und europäische und globale Vernetzung, aber auch über Einschränkungen von Bürgerrechten, über Datensicherheit und Urheberrechtsfragen diskutiert.

Mittwoch, 13. April 2011 20.00 Uhr
Neuköllner Oper
Studiobühne
Karl-Marx-Str. 131-133
12043 Berlin-Neuköllln

Hier die komplette Einladung (PDF, 373 kb)

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Zu Gast in der Sendung “Redaktionskonferenz” bei DRadio Wissen

April 7th, 2011 · Creative Commons, GoogleBooks, In eigener Sache, Internet Governance, Internet-Regulierung, Journalismus, Social Media, Urheberrecht, User Generated Content, Verbraucherschutz

Im Moment bin ich zu Gast in der Sendung Redaktionskonferenz bei DRadio Wissen, einer 90minütigen Gesprächssendung zu Medienthemen. Heute geht’s, wen wundert es, um das Urheberrecht und das Onlinemagazin iRights.info, das ich mitgegründet habe.

Ein sehr großer Spaß, denn wann hat man schon die Gelegenheit, sich im Radio so lange über ein Thema auszutauschen – noch dazu, wenn auch noch die Musik gespielt wird, die man selber ausgesucht hat? Schade nur, dass die Rechteinhaber bei den meisten Songs nicht erlauben, sie auch in der Internet-Version der Sendung zu belassen. Aber ich habe extra einen Song ausgesucht, der unter einer Creative-Commons-Lizenz steht und daher drin bleiben darf. Er ist von Disrupt, einem DJ, den ich schon lange kenne und den ich vor zwei Jahren in einem Vodcast der Reihe Arbeit 2.0 portraitiert habe:

Link: Der Musiker - Arbeit 2.0: Folge 4

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