Wie mir Andreas Bittner gerade mitgeteilt hat, sind die Stellungnahmen inzwischen online.

 Hätte nicht gedacht, dass das solche Kreise zieht. Aber es freut mich natürlich, wenn selbst der Perlentaucher in Heute in den Feuilletons vom 27.06.2008 auf meine Antworten verweist. Da er besonders die Antwort zu den Honoraren für freie Journalisten heraushebt, will ich im Gegenzug mal wieder auf den tollen Artikel von Ilja Braun dort hinweisen: Die Zeitungen und die Rechte ihrer Autoren. Unbedingt lesen.

Das werden alle Interessierten bald erfahren. Aber nicht von mir. Denn die Ausschussmitglieder haben die Frage, die Markus und Fiete schon gestellt haben, warum nämlich die Fragestunde nichtöffentlich ist, so beantwortet: Haben wir nicht drüber nachgedacht.

Nun sei aber im Internet richtig was los, so der Vorsitzende, und daher kommt der Unterausschuss zu folgender Schlussfolgerung: Die Stellungnehmen der Experten und das Protkoll der Sitzung werden veröffentlicht. Das ist doch beachtlich. Und nimmt den Nörglern, die hinter allem gleich Verschwörungstheorien vermuten, elegant den Wind aus den Segeln. Und mir die schlimme Pflicht, das alles zusammenzufassen. Und ich kann nicht umhin festzustellen, dass es dazu  nicht gekommen wäre, wenn ich nicht meine Antworten ins Netz gestellt hätte. Was für ein herrliches Beispiel das ist für die Veränderung der Medienlandschaft. Oder?

Ich hoffe, der Bundestag  sagt mir Bescheid, wenn die Dokumente veröffentlicht werden; ich werde dann sofort darauf hinweisen. Habe aber so meine Zweifel, dass das schnell passieren wird: Die Unterausschussmitglieder haben mir alle eine schöne Sommerpause gewünscht. Das Problem: Ich habe keine Sommerpause. :-(

Der Sitzredakteur einer nicht ganz unbekannten Katzenbilderseite hat meine Antworten auf den Fragenkatalog des Bundestagsunterausschussesneuemedien kommentiert: mein-parteibuch.com » Wenn Böcke um Vorschläge zur Gartengestaltung bitten.

Amüsant, kenntnisreich, ausführlich, natürlich polemisch und durchaus interessant, wenn man sie  zu lesen weiß.

Für Donnerstag (19. Juni) bin ich zu einem nicht-öffentlichen Expertengespräch zum Thema Online-Journalismus des Unterausschusses Neue Medien des Bundestags eingeladen. Der Unterausschuss hat einen langen Fragenkatalog geschickt, den die Experten im Vorfeld beantworten sollen. Ich war in den letzten Wochen so viel unterwegs, dass ich die Antworten erst jetzt zusammengestellt habe. Wer die Fragen liest, wird feststellen, dass man viele erheblich ausführlicher beantworten müsste. Dazu habe ich zum einen keine Zeit, zum anderen haben sicher auch die Abgeordneten keine Zeit, eine noch ausführlichere Antwort zu lesen.

Was mich nun interessiert, sind Kommentare zu meinen Antworten. Es ist nur noch bis Donnerstag Zeit, und ich muss Montag und Dienstag unterrichten und habe am Mittwoch wichtige Termine in Berlin. Ich sage also schon einmal voraus, dass ich mich kaum in die Debatte werde enschalten können. Aber ich verpreche, dass ich alle Kommentare lesen und gegebenenfalls auch in die Fragestunde einbringen werde. D.h. je mehr Vernünftiges ich hier zu lesen bekomme, desto besser werden meine Antworten am Donnerstag sein. Kann mir kaum vorstellen, dass es diese Art “Bürgerbeteiligung” schon mal gegeben hat. Also los:

Unterausschuss Neue Medien
Expertengespräch zum Thema Online-Journalismus
Fragenkatalog

1. Wie lässt sich Online-Journalismus definieren?

Online-Journalismus „ist Journalismus im Internet“ (Wikipedia). Was auf den ersten Blick so aussieht, als habe es sich jemand sehr leicht gemacht, ist auf den zweiten Blick zumindest teilweise sinnvoll. Thorsten Quandt, Professor an der FU Berlin, verfolgt einen vergleichbaren Ansatz, wenn er seine Definition möglichst offen hält. Er schreibt: „Online- Journalismus ist der Teilbereich des Journalismus, dessen journalistische Inhalte ‚online’ publiziert werden.“ Aus medienpolitischer Sicht sollte wohl tatsächlich jede journalistische Online-Veröffentlichung als Online-Journalismus definiert werden. Wichtig ist hier, dass es um „journalistische Inhalte“ gehen soll. Die wiederum sind nach eigenen Kriterien definiert, auf die ich an dieser Stelle nicht eingehen kann.

Aus journalistischer Sicht (im Vergleich zur medienpolitischen) sollte Online-Journalismus allerdings viel mehr sein als nur journalistische Inhalte, die online publiziert werden. Was genau, hat Gabriele Hooffacker, Leiterin der Journalistenakademie München, gut auf den Punkt gebracht. Sie finden ihre Kriterien am Ende des Dokuments.

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Upon request of the moderator I post my remarks that will be published in the proceedings of the conference here in my blog. It’s not a good blog entry, it lacks references, that’s because I’m just posting it right now before the start of the panel discussion. (Update: Did a few revisions at the beginning of the text. I was careless. Blogs are not a source of journalistic information but of information for journalists.)


Are weblogs a sound and serious source of journalistic information?

As in many cases the answer must be: it depends. It depends on who writes the weblog in what situation, how much information can we – as journalists – gather on the author and his/her credibility? Yes, weblogs can be a sound and serious source of journalistic information and they often are.

No. Rephrase that: Are weblogs a sound and serious source of information for journalists? As in many cases the answer must be: it depends. It depends on who writes the weblog in what situation, how much information can we – as journalists – gather on the author and his/her credibility? Yes, weblogs can be a sound and serious source of information for journalists and they often are.

Can they be trusted without double-checking the facts? Of course not. Neither can eyewitness accounts be trusted in all situations or the filings of a correspondent or a stringer. If there is an established relationship with a blogger I don’t see a reason why we should not trust his or her accounts. A good example of how this can be included into mainstream media is France24’s „The Obervers“ project. At the conference “New Public Space – What Video Journalism, Blogging et al. Mean for Society and International Broadcasting” I asked Derek Thomson, editor in chief of multimedia for France24, how the editors establish trust with the bloggers they incorporate in their online edition. He replied: “It’s on a case-by-case basis. It’s a little like a journalist working with any source. You have to establish trust with them. We explain the process to them, we explain how it’s intended to work, if they like it they sign up, if they don’t, they don’t. It’s really like dealing with a traditional source.” (see the entire interview at http://www.streamminister.de/medienpolitik/).

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