Jul
27
EU-Ombudsmann: Bürger haben ein Interesse an Information zu ACTA, aber kein Recht darauf
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Man könnte es eine salomonische Entscheidung nennen – oder einen Kotau vor der EU-Kommission: Der Ombudsmann der EU hat nach einer Beschwerde der FFII entschieden, dass Bürger zwar ein Interesse an Information zur geplanten, stark umstrittenen Urheberrechtsrichtlinie ACTA haben, aber kein Recht darauf. Das berichtet die FFII in einer Presserklärung, die noch nicht online ist (ah, jetzt doch):
According to the EU Ombudsman, citizens have a clear interest in being informed about the Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA). Despite this, he concludes for formal reasons that there was no maladministration by the Council of the European Union when it denied access to the ACTA documents. The Foundation for a Free Information Infrastructure (FFII) had filed a complaint with the Ombudsman concerning the Council’s refusal to grant access to ACTA documents.
Der Ombudsmann argumentiert, dass das Verfahren, das dazu dient, ACTA einzuführen, selbst formal kein Gesetzgebungsprozess ist und daher nicht die Regeln für einen Gesetzgebungsprozess gelten (die z.B. bedeuten würden, dass entsprechende Unterlagen veröffentlicht werden müssen).
Die FFII wertet diese Einschätzung als Schlupfloch, um Gesetze (in diesem Fall eine überstaatliche Richtlinie) zu erlassen, ohne dass die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben zu überprüfen, wie es dazu kam. Dieses Vorgehen verstoße auch gegen das Wiener Übereinkommen, das besage, dass die Historie eines Vertrags eine Rolle bei seiner Auslegung spiele. Ohne vollständige Transparenz müssten die Parlamente (der ACTA-Unterzeichnerstaaten) einem Vertrag zustimmen, dessen Gehalt sie nicht kennen:
“This is a loophole, it is possible to force legislation upon democracies while the public can not scrutinize all documents. The EU legislation on access to documents needs to be repaired. In the meantime, parliaments should not accept the usage of this loophole. The Vienna Convention on the Law of Treaties stipulates that the history of a treaty plays a role in the interpretation of that treaty. Without full disclosure, parliaments will have to decide on a proposal with unknown aspects, a dark horse.”
Die vollständige Meldung (Englisch):
Apr
12
OpenACTA: Erklärung von Wellington
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Bei einer Konferenz zu ACTA im neuseeländischen Wellington haben die Teilnehmer eine Petition ausgearbeitet, die die beteiligten Staaten auffordert, ACTA so zu beschränken, dass es den ursprünglichen Zielen entspricht. BürgerInnen der beteiligten Staaten, also auch Deutsche, können die Petition bis zum 13. April unterzeichnen. Es ist also Eile geboten. Hier ist die deutsche Übersetzung, die der AK-Daten angefertigt hat.
Jun
20
Richard Stallman zu ACTA
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Ich gebe hier eine Mail an die A2K-Liste wieder, die Stallman zu den Verhandlungen über ACTA geschrieben hat, weil er wieder einmal den Nagel auf den Kopf trifft:
The reason I remind people to think about the term “intellectual property” is that I believe its confusion gives great help to our enemies in the long term. Repeating their propaganda is an own-goal.
However, with ACTA there is a more immediate reason to expose the confusion in the term “intellectual property”– because the treaty uses that term.
(See http://www.keionline.org/blogs/2009/06/15/thoughts-acta-negotiations/)
The drafters of this treaty have been led into confusion by their own propaganda. (It was only a matter of time before this happened.) They have written treaty requirements in terms of “intellectual property”. This means, in effect, imposing a single policy on copyrights, patents, and trademarks, trade secrets?, and maybe other legal issues as well.
The term “intellectual property” leads people to make the mistake of lumping these laws together, and the treaty negotiators have made this mistake in the treaty itself. Since these laws are so different, forcing one policy on all of them is inevitably absurd.
We need to show legislators that the term “intellectual property” is incoherent, because that shows ACTA is incoherent.
Jun
18
TACD-Resolution zur Durchsetzung von Urheberrechten, Handelsmarken, Patenten und anderen Immaterialgüterrechten
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Der Trans Atlantic Consumer Dialogue (TACD), die Dachorganisation der US- und EU-Verbraucherschutzorganisationen, hat eine Resolution veröffentlicht, die sich gegen das Vorgehen der Regierungen wendet, Regulierungen zur Durchsetzungen von Immaterialgüterrechten zu verschärfen. Der Text hat sechs Seiten und ich keine Zeit, ihn zusammenzufassen, aber einige wichtige Ausschnitte seien zitiert:
According to the WTO TRIPS Agreement, the enforcement of intellectual property rights should be consistent with the promotion of technological innovation and the transfer and dissemination of technology. The policies should be to the mutual advantage of producers and users of knowledge, in a manner conducive to social and economic welfare, and to a balance of rights and obligations.
Kurz: die TRIPS-Vereinbarung (Trade-related aspects of intellectual property rights) sieht vor, dass die Durchsetzung von Immaterialgüterrechten in Übereinstimmung stehen muss mit der Förderung technischer Innovationen etc.; die Regelungen sollen zugleich den Produzenten und Nutzern von Technologie in einer Weise zugute kommen, die das Gemeinwohl fördert und einen Ausgleich schafft zwischen Rechten und Pflichten.
Diese und andere Vorgaben sieht TACD durch EU und USA verletzt, und fordert, bei den Verhandlungen, die bisher unter strenger Geheimhaltung stattfinden, die folgenden Richtlinien zu beachten:
- Verhandlungen müssen transparent und offfen geführt werden;
- Menschenrechte dürfen nicht eingeschränkt werden durch Regeln zur Durchsetzung von Immaterialgüterrechten;
- Datenschutz und Privatsphäre müssen gewahrt bleiben;
- Wettbewerb darf nicht eingeschränkt werden;
- Verbraucherschutz muss erhalten werden;
- Zugang zu wissen muss ermöglicht werden bzw. erhalten bleiben;
- Kultur und kulturelle Vielfalt müssen bewahrt werden.
Details gibt’s (auf Englisch) hier (PDF, 188 kb).
Feb
14
Neue ACTA-Dokumente zeigen Streit zwischen Vertragsparteien
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Knowledge Ecology International (KEI) hat offenbar wieder geheime Dokumente zum Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) in die Hände bekommen. Die Organisation “Inside U.S. Trade” (mir bisher unbekannt, ich habe auch keine Website dazu gefunden) und KEIs Jamie Love haben die Dokumente untersucht und sind der Ansicht, dass sie einen Streit zwischen den USA, der EU, Australien und Kanada in vielen Punkten zeigen. Die gesamte Analsyse gibt es auf der A2K-Mailingliste.


