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	<title>immateriblog.de &#187; angemessene Vergütung</title>
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	<description>Matthias Spielkamp über Immaterialgüter in der digitalen Welt</description>
	<lastBuildDate>Thu, 29 Mar 2012 10:15:42 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Offener Brief an Gabor Steingart: Über Verlage, freie Autoren, Urheberrecht und innere Pressefreiheit</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Mar 2012 10:10:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kürzlich habe ich das erste Mal für das Handelsblatt geschrieben (bzw. den Online-Ableger). Es war eine Entgegnung auf Christoph Keese, der in einem Beitrag geschrieben hatte: &#8220;Zugleich aber drückt abnehmender Respekt vor geistigem Eigentum den Umsatz&#8221;. Er meint damit (selbstverständlich) den Umsatz der Verlage. Warum das Unsinn ist, habe ich ihm dargelegt.
Heute war ein Brief [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich habe ich das erste Mal für das Handelsblatt <a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/online-journalismus-was-christoph-keese-verschweigt/6325792.html">geschrieben</a> (bzw. den Online-Ableger). Es war eine Entgegnung auf Christoph Keese, der in einem Beitrag geschrieben hatte: &#8220;Zugleich aber drückt abnehmender Respekt vor geistigem Eigentum den Umsatz&#8221;. Er meint damit (selbstverständlich) den Umsatz der Verlage. Warum das Unsinn ist, habe ich ihm dargelegt.</p>
<p>Heute war ein Brief des Handelsblatt-Chefredakteurs, Gabor Steingart, in der Post (s. unten). Es ist der inzwischen schon klassische Versuch eines Verlags, mir per Total-Buyout alle Rechte an meinem Text zu nehmen. Ich könnte darauf antworten: &#8220;Abnehmender Respekt vor geistigem Eigentum drückt meinen Umsatz&#8221;. Ich könnte auch all die dreisten Falschdarstellungen und Unverschämtheiten des konkreten Schreibens analysieren, aber dafür habe ich keine Zeit. Das ist auch an vielen anderen Stellen bereits passiert. Ebenso die Darlegung, was das alles mit dem Leistungschutzrecht zu tun hat, das die Presseverlage fordern.</p>
<p>Aber ich habe Steingart ein Fax geschickt, in dem ich ihn auch auf diese Aspekte hinweise, und den Text möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Steingart,</p>
<p>haben Sie vielen dank für Ihr Schreiben vom 21. März 2012, mit dem Sie mich darauf hinweisen, dass Sie – Ihrer Ansicht nach – alle ausschließlichen Nutzungsrechte an einem Text erworben haben, den Sie bei mir in Auftrag gegeben haben.</p>
<p>Daher möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass erstens Ihre Behauptung falsch ist, dass „seit jeher“ mit jeder Honorarzahlung alle diese Rechte ausschließlich an Sie abgetreten wurden. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass das eine dreiste Lüge ist, denn Sie bzw. Ihr Justiziariat (müssten) wissen, dass das nicht so ist. Die Begründung dafür spare ich mir an dieser Stelle; das können Sie sich bei Bedarf sicher von Ihrer Rechtsabteilung erläutern lassen.</p>
<p>Zweitens möchte ich meiner Enttäuschung darüber Ausdruck geben, dass Sie als Chefredakteur mit der Total-Buyout-Politik Ihres Verlags einverstanden sind, was Sie durch Ihre Unterschrift unter dem Schreiben belegen. Es gab Zeiten, in denen sich Chefredakteure als Anwälte ihrer Journalisten verstanden haben, und die sich, wenn es Not tat, auch gegen die Interessen Ihres Verlags gestellt haben, um die Journalisten und den Journalismus zu schützen. Diese Haltung, die auch sehr viel mit der inneren Pressefreiheit zu tun hat, wird nun also nicht einmal mehr behauptet.</p>
<p>Dass dieses Fax genauso gut an die meisten Ihrer Kollegen in anderen Verlagen gehen könnte, von denen ich ähnliche Briefe bekommen habe, macht die Sache nicht besser. Angesichts des Beitrags, den ich für Sie verfasst habe (<a href="http://bit.ly/hb-keese">http://bit.ly/hb-keese</a>), ist in diesem Fall die Ironie allerdings nur schwer erträglich.</p>
<p>Drittens weise ich Sie darauf hin, dass ich Ihre Redakteurin vor Vertragsschluss auf meine AGB hingewiesen habe, so dass diese Geltung erlangt haben, nicht Ihre.</p>
<p>Wenn Sie an Hintergrundinformationen zum Konflikt zwischen Verlagen und Ihren freien Autoren interessiert sind, empfehle ich Ihnen die Lektüre meiner Rede auf dem Publishers’ Forum 2011 „Über Brain Drain in Verlagen“ (<a href="http://bit.ly/braindrain-verlage">http://bit.ly/braindrain-verlage</a>) oder meines Debattenbeitrags auf dem Diskursportal des Deutschlandfunks „Unendliche Geschichte Urheberrecht“ (<a href="http://bit.ly/diskurs-urheberrecht">http://bit.ly/diskurs-urheberrecht</a>).</p>
<p>Der Text dieses Faxes erscheint auch in meinem Weblog.</p>
<p>Auf gute Zusammenarbeit</p>
<p>Matthias Spielkamp</p></blockquote>
<p>Hier Steingarts Schreiben: </p>
<div style="width:477px" id="__ss_12205478"><strong style="display:block;margin:12px 0 4px"><a href="http://www.slideshare.net/spieli/schreiben-des-handelsblatts" title="Schreiben des Handelsblatts">Schreiben des Handelsblatts</a></strong><object id="__sse12205478" width="477" height="650"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/doc_player.swf?doc=hb-120329045058-phpapp02&#038;stripped_title=schreiben-des-handelsblatts&#038;userName=spieli" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><param name="wmode" value="transparent"/><embed name="__sse12205478" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/doc_player.swf?doc=hb-120329045058-phpapp02&#038;stripped_title=schreiben-des-handelsblatts&#038;userName=spieli" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" wmode="transparent" width="477" height="650"></embed></object>
<div style="padding:5px 0 12px">View more <a href="http://www.slideshare.net/">documents</a> from <a href="http://www.slideshare.net/spieli">spieli</a>.</div>
</div>
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		<title>Interview zum Urheberrecht bei DCTP-TV</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Apr 2011 13:05:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Philip Banse hatte mich während des Abschlussworkshops der dritten Initiative des Internet &#38; Gesellschaft Collaboratory gefragt, warum es einen so heftigen Streit ums Urheberrecht gibt. Nun ist das Video online:

 ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://philipbanse.de/wp/">Philip Banse</a> hatte mich während des Abschlussworkshops der <a href="http://collaboratory.de/initiative-03">dritten Initiative des Internet &amp; Gesellschaft Collaboratory</a> gefragt, warum es einen so heftigen Streit ums Urheberrecht gibt. Nun ist das Video online:</p>
<p><iframe width="512" scrolling="no" height="308" frameborder="0" src="http://www.dctp.tv/embed/c7ae535fa3634514b418c21ae65ed30b/" name="dctp-teaser" marginwidth="0" marginheight="0"><br /></iframe></p>
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		<title>Qualitätsprobleme im Journalismus und ihre Ursachen: Protokoll veröffentlicht</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Mar 2011 10:04:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Zum öffentlichen Expertengespräch &#8220;Qualitätsprobleme im Journalismus und ihre Ursachen&#8221; des Bundestags-Ausschusses für Kultur und Medien, an dem ich am 23. Februar 2011 teilgenommen habe, steht seit einiger Zeit bereits das Video zur Verfügung, nun auch das Wortprotokoll (PDF,193 kb).
Ich veröffentliche hier nicht mein Eingangsstatement, sondern meine Antwort zur Frage nach dem Leistungsschutzrecht, weil das der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" width="400" height="255" id="showIt" style="width: 400px; height: 255px;"><param name="movie" value="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf"/><param name="menu" value="true" /><param name="quality" value="high" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="swliveconnect" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="scalemode" value="showall" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="plugin_version=9.0.115&amp;bandwidth=514&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml&amp;autoPlay=false&amp;skin=od_embed_ext&amp;application=144277506&amp;playerLink=http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_x_s-144277506/od_player.html&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$contentId=1011774$singleton=true$forcedWidth=400$forcedHeight=225$keepVideoAspectRatio=true&amp;language=de" /></object></p>
<p>Zum öffentlichen Expertengespräch &#8220;<a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2011/33462205_kw08_pa_kultur_medien/index.html">Qualitätsprobleme im Journalismus und ihre Ursachen</a>&#8221; des Bundestags-Ausschusses für Kultur und Medien, an dem ich am 23. Februar 2011 teilgenommen habe, steht seit einiger Zeit bereits das Video zur Verfügung, nun auch das <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a22/oeffentliche_Sitzungen/31_journalismus/protokoll.pdf">Wortprotokoll</a> (PDF,193 kb).</p>
<p>Ich veröffentliche hier nicht mein Eingangsstatement, sondern meine Antwort zur Frage nach dem Leistungsschutzrecht, weil das der konkretere und wahrscheinlich für viele Leser interessantere Teil ist:</p>
<p><span id="more-2149"></span></p>
<p><strong>Abg. Herbert Behrens (DIE LINKE.):</strong> Meine Frage geht an Herrn Spielkamp. Es geht auch noch einmal um die Frage der wirtschaftlichen Situation der handelnden Akteure. Ich würde ganz gerne einmal die Seite wechseln und die Verlegerseite von Ihnen beleuchtet sehen angesichts der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren von dieser Seite immer wieder Entscheidungen getroffen worden sind, die sehr zu Lasten des Journalismus und der Qualität gegangen sind. Ob es nun um den Tagesspiegel ging oder um Outsourcing in Redaktionen oder ob wir uns vor Augen führen, dass aktuell Redakteure und Journalisten bei den Tageszeitungen um ihre Tarife kämpfen und die Verleger sagen: „Es darf aber nur ein bisschen weniger sein.“ Über Zuwächse wird gar nicht mehr diskutiert. Das deutet darauf hin, dass die Verleger gegenüber den Akteuren eine ungemeine Macht zu haben scheinen. Nun gehören Sie zu den herausragenden Kritikern des Leistungsschutzrechtes, was ja quasi noch ein neuer Punkt ist, um den Verlegern weitere Einnahmemöglichkeiten zu schaffen.Was sind eigentlich die zentralen Kritikpunkte, die zu beachten sind? Wie Sie wissen, befinden wir uns ja gerade in einer Diskussion, in der es unter anderem um Leistungsschutzrechte der Zeitungsverlage geht.</p>
<p><strong>Matthias Spielkamp (Projektleiter iRights.info):</strong> Ich danke Herrn Abg. Behrens für seine Frage zum Leistungsschutzrecht, denn diese Frage gibt mir die Möglichkeit, noch einmal auf einen wichtigen Konflikt hinzuweisen. Ebenfalls möchte ich in meine Antwort den Beitrag von Herrn Dr. Wolfgang Storz und die Frage von Frau Abg. Dr. Lukrezia Jochimsen mit einbeziehen.</p>
<p>Es ist tatsächlich der Fall, dass sich die wirtschaftliche Lage der freiberuflichen Journalisten zunehmend verschlechtert. Die wirtschaftliche Lage der festangestellten Journalisten ist noch nicht abzusehen, da gerade die Tarifverhandlungen laufen. Die zuständigen Verbände haben errechnet, dass danach ein Journalist, der heute einen Vertrag unterschreibt, im Alter von 40 Jahren mit entsprechender Berufserfahrung, ungefähr 30 bis 35 Prozent weniger verdienen wird als ein Journalist, der heute in der gleichen Situation ist.Wenn dies in anderen Branchen geschehen würde, wäre mit Protesten zu rechnen.</p>
<p>Auch möchte ich darauf hinweisen, dass es für freiberufliche Journalisten gemeinsame Vergütungsregeln gibt. Ich selbst bin seit 15 Jahren Mitglied bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Fachgruppe dju. Meiner Meinung nach ist es eine Katastrophe, was die dju gemeinsam mit dem DJV ausgehandelt hat. Die sogenannte angemessene Vergütung, die sichergestellt werden soll, beginnt bei 47 Cent pro Zeile. Wenn man ausrechnet, was Journalisten für eine saubere Recherche an Zeit benötigen und diese dann auch noch zu Papier gebracht werden muss, sind das Arbeitsbedingungen, die schwer vorstellbar sind. Es ist meiner Meinung nach offensichtlich, dass unter diesen Bedingungen keine Qualität entstehen kann.</p>
<p>Explizit möchte ich nochmals anführen, da dies in engem Zusammenhang mit dem Leistungsschutzrecht steht, dass auf der anderen Seite die Presseverleger stehen, die für sich ein zusätzliches Recht beanspruchen wollen. Im Koalitionsvertrag ist dies bereits festgehalten, dass dieses Leistungsschutzrecht geschaffen werden soll. Das Gesetz bringt meiner Meinung nach verschiedene Gefahren mit sich, aber keine Verbesserungen. Selbst Christoph Keese, der sozusagen der Botschafter in Politik und Öffentlichkeit war, sagt, dass, wenn das Leistungsschutzrecht käme, dies die Verlage nicht retten werde. Ich frage mich aber, warum dafür so hart gekämpft wird. Denn es ist ja so, wenn ein Leistungsschutzrecht eingeführt werden würde, müsste für das gewerbliche Lesen von Informationen, die von den Verlagen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden, eine Abgabe gezahlt werden. Zum Beispiel ist Welt Online ein Angebot, das der Axel Springer Verlag kostenlos zur Verfügung stellt. Das müsste der Verlag nicht tun, er könnte dieses Angebot auch einfach hinter eine Paywall stellen. Doch obwohl er das nicht tut, müssten für das Lesen der kostenlos angebotenen Artikel dann, auch vom Deutschen Bundestag, Gebühren gezahlt werden. Diese Gebühren würden über Verwertungsgesellschaften an die Verlage und nicht an die Journalisten ausgeschüttet. Die Journalisten hätten, solange sie Freiberufler sind, ein doppeltes Problem, denn sie wären nicht mehr in der Lage, weiterhin über ihre eigenen Werke zu verfügen. Das Leistungsschutzrecht ginge über das hinaus, was das Urheberrecht vorsieht, nämlich, dass man seine eigenen Werke lizenzieren kann. Als Journalist habe ich das Recht, einem Verlag aufzuerlegen, meinen Artikel nach meinen Vorstellungen zu nutzen. Gäbe es das Leistungsschutzrecht, würde der Verlag ein eigenes Recht an diesem Artikel bekommen. Mir als Journalist würde untersagt, diesen Artikel weiter zu lizenzieren, also an weitere Anbieter weiter zu verkaufen und ein Honorar dafür zu erhalten, während den Verlagen dieses Recht eingeräumt würde. Ich bin der Meinung, dass dies unter Berücksichtigung der aktuellen Verhandlungsposition, in der sich die Journalisten befinden, nicht möglich sein kann.</p>
<p>Ich möchte noch darauf hinweisen, dass keine Untersuchung vorliegt, welches Problem mit dem Leistungsschutzrecht gelöst werden sollte oder gelöst werden könnte, wenn es denn eingeführt werden sollte.</p>
<p>Ein weitaus dringenderes Problem, was noch auf die Gesellschaft zukommen könnte, ist, dass sogenannte Snippets unter ein Schutzrecht gestellt werden würden. Snippets sind kurze Ausschnitte, die bisher nicht urheberrechtlich geschützt werden, weil sie keine sogenannte Schöpfungshöhe haben. Durch das Leistungsschutzrecht würden sie allerdings geschützt. Damit bestünde die Gefahr zumindest einer Teilmonopolisierung der Sprache. Davor kann nicht genug gewarnt werden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>KollegInnen, macht die Augen auf! Zum Verdi-Positionspapier zum Urheberrecht</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2010 08:04:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Verdi-Bundesvorstand hat das Positionspapier &#8220;Internet und Digitalisierung – Herausforderungen für die Zukunft des Urheberrechts&#8221; verabschiedet. Das Papier strotzt vor Unkenntnis und analytischen Kurzschlüssen  (vom schlechtem Stil zu schweigen). Die Herausforderungen der Zukunft an das Urheberrecht wird Verdi mit den darin vertretenen Positionen jedenfalls nicht  bestehen.
Irgendwann im Sommer, es muss im Juli gewesen sein, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Verdi-Bundesvorstand hat das Positionspapier &#8220;Internet und Digitalisierung – Herausforderungen für die Zukunft des Urheberrechts&#8221; verabschiedet. Das Papier strotzt vor Unkenntnis und analytischen Kurzschlüssen  (vom schlechtem Stil zu schweigen). Die</strong><strong> </strong><strong>Herausforderungen der Zukunft an das Urheberrecht wird </strong><strong>Verdi mit den </strong><strong>darin vertretenen Positionen</strong><strong> jedenfalls nicht </strong><strong> bestehen.</strong></p>
<p>Irgendwann im Sommer, es muss im Juli gewesen sein, wurde im Verdi-Mitgliedernetz ein Diskussionspapier zum Urheberrecht veröffentlicht. Mitglieder sollten die Möglichkeit haben, dazu Stellung zu nehmen. Ich bin Mitglied und als Journalist auf Urheberrechtsfragen spezialisiert. Einen Hinweis auf das Papier habe ich über offizielle Kanäle nicht bekommen (etwa in einem der Verdi-Newsletter, die ich abonniert habe). Irgendwann wurde ich von Kollegen darauf aufmerksam gemacht. Zu dem Zeitpunkt hatten drei oder vier KollegInnen kommentiert; viel mehr sind es dann auch nicht mehr geworden. Es ist schwierig, in einem Meer von Neuigkeiten auf derartige Dinge aufmerksam zu machen, aber ich denke, da wäre mehr drin gewesen.</p>
<p>Als ich das Papier gelesen habe, konnte ich jedoch nicht umhin zu denken, dass eine Auseinandersetzung gar nicht gewünscht war. Die Positionen, die dort vertreten wurden, waren derart einseitig und schlecht informiert, dass die AutorInnen hätten fürchten müssen, dass es ihnen von den Mitgliedern zerpflückt worden wäre. Die wenigen Kommentare waren eindeutig negativ.</p>
<p>Nun hat die Gewerkschaft seit Jahren ihre Schwierigkeiten mit der Digitalisierung und deren Auswirkungen auf das Urheberrecht. Wo früher die Fronten klar gezogen waren (hier die Gewerkschaft, dort die Verlage), herrscht heute Verwirrung. Da gibt es auf einmal das Internet und Nutzer, die selber publizieren, ihre Musik veröffentlichen, Videos hochladen können. Und Mitglieder, die zugleich Nutzer und Urheber sind.</p>
<p>Ich habe mir die Mühe gemacht, das Diskussionspapier ausführlich zu kommentieren, in der Hoffnung, die AutorInnen (namentlich sind sie bis heute nicht genannt) könnten Interesse an meinen Einschätzungen dazu haben. Als nun heute das Papier auftauchte, das bereits am Montag beschlossen worden war, war klar: nahezu nichts <sup class='footnote'><a href='#fn-1796-1' id='fnref-1796-1' onclick='return fdfootnote_show(1796)'>1</a></sup> von allem war eingeflossen. Das verletzt nicht meine Eitelkeit, denn ich hatte von Anfang an meine Zweifel daran gehabt, dass das passiert &#8211; auch, wenn es &#8220;Diskussionspapier&#8221; genannt wurde.</p>
<p>Aber das ist der Grund, warum ich hier die Gelegenheit nutze, einen Teil meiner Einwände gegen das Dokument aufzulisten, da mir weiterhin daran gelegen ist, dass die Gewerkschaft, in der ich Mitglied bin, in der Tat zukunftsfähige Positionen zum Urheberrecht entwickelt. Da sich im Vergleich zum verabschiedeten Papier (<a href="http://immateriblog.de/wp-content/uploads/2010/10/verdi_Urheberrecht_Position.pdf">PDF, 120 kb</a>) nahezu nichts geändert hat, kann es als Grundlage dienen, meine Anmerkungen zu verstehen:</p>
<p><span id="more-1796"></span></p>
<p>Obwohl in der Einführung auf die positiven Aspekte von Digitalisierung und Internet hingewiesen wird, ist die Tendenz doch leider überwiegend eine negative: Durch unsinnige Analogien („Es entspricht einem breiten gesellschaftlichen Konsens und dem Selbstverständnis der Gewerkschaft, dass Rechtsverstöße (wie Betrug, Erpressung, Nazipropaganda, Verleumdungen), wo immer sie geschehen, zu unterbinden und erforderlichenfalls zu ahnden sind.“) wird versucht, Urhebeberrechtsverstöße in die Nähe derartiger Taten zu rücken. Was soll das eine mit dem anderen zu tun haben?</p>
<p>Mit dieser Strategie, Analogien zu unterstellen, wo keine sind, geht es weiter: Zwar „haben es ganze Zweige der Medien- und Kulturbranche „verschlafen“, neben den herkömmlichen Vertriebswegen tragfähige Geschäftsmodelle für den Vertriebsweg Internet aufzusetzen und darüber nennenswerte Einnahmen zu generieren“ (stimmt), aber es gibt ja auf der anderen Seite die „weit verbreitete Mentalität der Nutzer/innen, im Netz müsse möglichst alles gratis sein, sowie die systematische sekundäre Verwertung von Angeboten im Internet durch Dritte“, die alles so schwierig werden lässt. Und ohnehin ist die „Erlössituation der Verwertungsunternehmen [...] schwieriger geworden“.</p>
<p>Der Reihe nach:</p>
<p><strong>“Umsonstmentalität“</strong></p>
<p>- gern auch <em>Geiz-ist-geil-Mentalität</em> genannt. Es gibt sie natürlich, aber sie hat mit den Umbrüchen durch das Internet so gut wie nichts zu tun, schon gar nicht in der Verlagsindustrie. Wann hätten wir mal davon gelesen, dass Zeitungskäufern oder Fernsehzuschauern eine Umsonstmentalität unterstellt worden wäre? Und doch wäre das nach dem Muster des vorliegenden Papiers völlig berechtigt gewesen, denn die Inhalte in der Zeitung werden durch Werbung finanziert (der Verkaufserlös geht für den Vertrieb drauf, also die Nachrichten auf Papier zu drucken, mit dem LKW durchs Land zu fahren und Kioske zu betreiben, an denen die Zeitungen gekauft werden können), und im privaten Fernsehen wird sogar der Vertriebsweg (die Sendeanlagen) durch Werbung finanziert. Liegt also auch hier eine „indirekt auch von einigen Verwertern forcierte – weit verbreitete Mentalität der Nutzer/innen, im Netz müsse möglichst alles gratis sein“ vor? Wenn ja, warum ist ver.di nie auf die Barrikaden gegangen und hat die Mitglieder aufgefordert, nur öffentlich-rechtliches (durch Gebühren finanziertes) Fernsehen zu schauen und die taz zu lesen, die so gut wie keine Werbeeinnahmen hat?</p>
<p>Was man zur Kenntnis nehmen muss (weil es eine Tatsache ist und sie nicht wieder verschwinden wird), ist, dass sich die Marktstrukturen durch Digitalisierung und Internet grundlegend geändert haben. Das hat nichts mit Technikgläubigkeit zu tun, oder dass man unterstellt, das Netz funktioniere nach Naturgesetzen, auf die wir keinen Einfluss nehmen könnten. Es hat aber etwas mit ökonomischem Sachverstand zu tun. Wenn ich Informationen im Internet angeboten bekomme, ohne dass ich dafür direkt bezahlen muss (indirekt bezahle ich ohnehin dafür, über die Werbung) bin ich kein schlechter Mensch, wenn ich nicht darauf verzichte und stattdessen am Kiosk eine Zeitung kaufe. Sondern ich nehme ein Angebot wahr.</p>
<p>Und wenn die Anbieter ihre Informationen kostenlos veröffentlichen, dann aus einem Marktzwang heraus, denn der Konkurrent, der es sonst tut, sitzt im Büro nebenan. Warum? Weil die Möglichkeit besteht und die Vertriebskosten im Gegensatz zur Zeitungsproduktion so unglaublich gering sind. Kann man das denn nicht ändern? Doch: Indem man das Internet wieder abschafft.</p>
<p><strong>“systematische sekundäre Verwertung von Angeboten im Internet durch Dritte“</strong></p>
<p>Es ist erschütternd, diese Aussage hier zu sehen. Denn dass es im Netz diese Verwertung gibt, ist die zentrale Behauptung der Presseverlage dafür, ein Leistungsschutzrecht einzuführen. Nun wäre es selbstverständlich falsch zu sagen: „Es ist die Behauptung der Verwerter, also darf man sich ihr als Gewerkschaft nicht anschließen“. Nur ist die Behauptung selbst falsch.  Die Verwerter sind bis heute jeden (jeden!) Beleg dafür schuldig geblieben, dass diese systematische und – wichtig – illegale Verwertung stattfindet. Auf zahllosen Podien, auf einigen davon war ich selbst als Diskussionsteilnehmer, unter anderem mit Springers Chef-Lobbyist Christoph Keese, wird immer wieder angeführt, dass es Angebote gebe, die diese systematische Auswertung der Verlagsangebote vornehmen. Auf Nachfrage hat sich bisher keiner der Verlagsvertreter in der Lage gesehen, diese Behauptung zu belegen.</p>
<p>Nun kann ich nicht die inzwischen quälend lange und komplexe Diskussion um das Leistungsschutzrecht hier in einem Absatz zusammenfassen, aber ich möchte auf den Beitrag hinweisen, den wir bei iRights.info zum Gesetzesentwurf der Verleger, der von dju und DJV kommentiert wurde, veröffentlicht haben: <a href="http://www.irights.info/index.php?q=node/880">iRights.info veröffentlicht und kommentiert den Entwurf für das Leistungsschutzrecht für Presseverleger</a></p>
<p>Nur kurz die wichtigsten Stichworte:</p>
<ul>
<li>Die Frage, was überhaupt ein ,,Presseerzeugnis&#8221; ist, ist ungeklärt (und wahrscheinlich nicht sinnvoll zu klären). Das Problem daran: Das neue Recht geriete in Konflikt mit den Urheberrechen der Autoren (die ver.di in diesem Papier als so schützenswert preist – was sie auch sind).</li>
<li>Das Leistungsschutzrecht würde Verwertern eine sehr weit gehende Kontrolle über Veröffentlichungen einräumen.</li>
<li>Die Arbeit von Suchmaschinen und Aggregatoren (von der wir alle jeden Tag Dutzende Male profitieren) würde erschwert.</li>
<li>Es könnten Monoplorechte an einzelnen Sätzen oder gar Wörtern entstehen.</li>
<li>Wir alle zahlen dafür: Indirekt über die Kosten für Produkte und Dienstleistungen (denn Volksbank und Kaiser’s müssten zahlen), über Abgaben (denn die öffentliche Hand müsste enorme Zahlungen leisten) oder auch direkt (Freiberufler und Gewerbetreibende – ja, auch die sind Mitglied bei ver.di – wie ich – und möchten ihre Interessen vertreten sehen). Es handelt sich also um eine Abgabe, die wir alle an Verlage leisten.</li>
</ul>
<p>Der Grund: Es soll den Verlagen besser gehen (wann hat man mal gehört, dass das das Ziel ist, für das ver.di kämpfen sollte?), denn damit gehe es dem Journalismus und den Journalisten besser.</p>
<p>Dieses In-Eins-Setzen der Ziele von Verlagen und Mitarbeitern (Angestellten und freien) ist ebenso falsch wie gefährlich. Falsch ist es zum einen empirisch, wenn es um freiberufliche Mitarbeiter geht. Denn die Misere der Honorare für Freiberufler ist alles andere als neu; auch in lange zurückliegenden Honorarumfragen (mehrfach z.B. durch Goetz Buchholz in der „Feder“, der Vorgängerzeitschrift von M, in den 80erJahren) wurde überdeutlich, dass die Honorare für Freiberufler im Grunde sittenwidrig sein müssten.</p>
<p>Das waren Zeiten, als die Verlage noch nicht das Klagen über die eigenen schlechten Geschäfte zu ihrem Hauptkommunikationsziel erhoben hatten. Da hätte bei den Journalisten doch – nach der Annahme: wenn’s den Verlagen gut geht, geht es den Journalisten gut – was hängen bleiben müssen, oder? Ist es aber nicht. Nun lagen zwischen den 80er Jahren und heute einige Aufschwünge, z.B. der der New Economy, die den Verlagen traumhafte Gewinne bescherten. Wurden in der Zeit die Honorare erhöht? Selbstverständlich nicht. Aber jetzt, da alle Leute angeblich alles umsonst haben wollen und die Verlage mit Gesetzen vor dem bösen Internet geschützt werden müssen, springt ver.di auf diese Argumentation auf und hofft, das dann schon was vom Teller der Verlage für die Journalisten runterpurzeln wird. Offensive Interessenvertretung sieht anders aus.</p>
<p><strong>“Erlössituation der Verwertungsunternehmen [...] schwieriger geworden</strong></p>
<p>Ach ja? Wie sieht’s denn z.B. bei Springer aus? „333,7 Mio. Euro Gewinn vor Steuern hat er (Döpfner) im Krisenjahr 2009 für seinen Konzern eingefahren &#8211; das Umsatzminus von 4,3 Prozent wirkt vergleichsweise harmlos. Zwei Gründe gibt&#8217;s, wieso die Berliner so sicher durch die schwere See schippern: Der extrem starke Schlepper &#8220;Bild&#8221; und das immer besser laufende Web-Geschäft. Wo der Umsatz mit nationalen Zeitungen um 5 Prozent fällt und Print international gar um fast 24 Prozent einbricht, reißen&#8217;s die Digitalen Medien mit einem Plus von 24,4 Prozent wieder raus. Schon jetzt setzt Springer jeden fünften Euro online um, das operative Ergebnis dieser Sparte verdoppelte sich 2009 auf 43 Mio. Euro.“ (<a href="http://bit.ly/cIgPV8">Quelle</a>)</p>
<p><strong>Tauschbörsen</strong></p>
<p>Zum Kapitel Tauschbörsen kann man nur sagen, dass die Formulierungen in diesem Teil auch eins zu eins vom Bundesverband der Musikindustrie stammen könnten. Zu Recht wird darauf hingewiesen, dass in Tauschbörsen nichts getauscht wird, sondern Kopien angefertigt werden, oft (bei weitem nicht immer) ohne Einverständnis der Rechteinhaber. Aber schon im nächsten Absatz ist von „Diebstahl“ und „Schwarzhandel“ die Rede. Liebe Leute, schreibt es Euch an den Spiegel, oder an den Computermonitor oder sonst wo hin: Eine Kopie ist eine Kopie, weder Diebstahl noch Raub noch sonst irgendwas. Das ist keine Wortklauberei, sondern das Beharren auf diesen Analogien zeigt, dass die Verfasser eines solchen Papiers nichts zur Lösung dieses Problems beitragen wollen.</p>
<p>Denn eines sei bitte nie vergessen: Die Urheber, um die es hier angeblich immer geht, haben in den seltensten Fällen einen direkten Schaden davon, dass ihre Werke in einem Peer-to-peer-Netz (so der neutrale Ausdruck) angeboten werden. Sie haben alle Verwertungsrechte ohnehin an den Rechteverwerter (Musik-, Film-, Verlagsindustrie abgetreten).</p>
<p><strong>Urheberpersönlichkeitsrecht</strong></p>
<p>Auch der Hinweis auf das Urheberpersönlichkeitsrecht könnte so aus dem unsäglichen „Heidelberger Appell“ übernommen sein, in dem sich verirrte Autoren zum Büttel der Buchverlage machen und dafür eintreten, besser weiter alle Rechte gegen ein lausiges, in etlichen Fällen auch gar kein Honorar an die Verlage abtreten zu wollen (oder mittels Druckkostenzuschüssen sogar noch dafür bezahlen, dass sie diese Rechte abtreten dürfen), statt sich die neuen Vertriebsstrukturen des Netzes zu Nutzen zu machen. Wen diese Diskussion interessiert: <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/5347.html">Open Excess: Der Heidelberger Appell</a></p>
<p>Völlig berechtigt ist (wie gerade und weiter oben schon angemerkt) die Kritik an den so genannten Total-Buy-out-Verträgen, gegen die ver.di immer wieder (oft erfolgreich) gerichtlich vorgeht. Dafür herzlichen Dank.</p>
<p>Schulterklopfen ist jedoch leider nicht angemessen, wenn es um die so genannte „angemessene Vergütung“ geht. S. dazu die <a href="http://bit.ly/9HyFMR">Stellungnahme</a> des Interessenverbandes freier Journalisten, Freischreiber e.V., zu den gemeinsamen Vergütungsregeln für Tageszeitungen.</p>
<p>Wenn dann noch Wolfgang Schimmel <a href="http://carta.info/31813/ver-di-zum-leistungsschutzrecht-freie-journalisten-sind-nur-bedingt-freigestellt/">in einem Interview</a> darauf hinweist, dass es nahezu unmöglich sei, freiberufliche Journalisten von der Zahlung der Abgaben aus einem Leistungsschutzrecht zu befreien, dann kann man ihm zwar unterstellen, dass er das nicht gut findet, sondern nur Tatsachen benennt. Aber dann muss man sich fragen, wie ver.di für ein Leistungsschutzrecht sein kann, und zugleich vorgeben, dass man „die Interessen der abhängig und solo-selbstständig Erwerbstätigen“ vertritt (S. 5).</p>
<p><strong>Sanktionen, Überwachung, Warnhinweise etc.</strong></p>
<p>„ver.di hält es für angemessen, Nutzer/innen vorerst sanktionsfrei im Vorfeld möglicher illegaler Nutzungen durch Warnhinweise auf Seiten, die – auch – illegale Downloads anbieten, auf den Schutz des Urheberrechts und ihr potenzielles Fehlverhalten hinzuweisen.“ etc. pp.</p>
<p><strong>Der Wolf im Schafspelz.</strong></p>
<p>Menschen auf „potenzielles Fehlverhalten hinweisen“, aber „vorerst sanktionsfrei“, „anlassbezogene Kontrolle“, „legitimierte Institution“ – all das hört sich wahrscheinlich für die meisten erstmal nach einer angemessenen Reaktion an, alles in Ordnung, man will ja nicht gleich aggressiv werden, nur ein bisschen „warnen“. Und wie immer alles im Sinne der Urheber.</p>
<p>Das Problem: Damit das geht, muss eine Kontroll- und Überwachungsinfrastruktur aufgebaut werden, die einem Angst und Bange macht. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern kann an der Monate dauernden (und längst nicht abgeschlossenen) Diskussion um das Zugangserschwerungsgesetz verfolgt werden, besser bekannt als „Zensursula-Debatte“. Ich hoffe, es erinnern sich noch alle an die 134.000 Unterschriften unter der Petition gegen das Gesetz, das eine Infrastruktur vorsieht, die der gleicht, die benötigt würde, um die im Papier benannten Ziele zu erreichen.</p>
<p>Ich zitiere aus dem Tätigkeitsbericht des Bundesdatenschutzbeauftragten für die Jahre 2007 / 2008 (<a href="http://www.netzpolitik.org/wp-upload/22TB_2007_2008_pdf.pdf">PDF</a>):</p>
<blockquote><p>Dennoch sind bereits neue Forderungen der Musik- und Filmindustrie im Raum. Nach dem Vorbild einiger EU-Staaten wie z. B. Frankreich (sog. Olivennes-Vereinbarung) stellt sie sich in Kooperation mit den Providern Modelle vor, die über ein abgestuftes Verfahren Urheberrechtsverstöße verhindern bzw. eindämmen sollen. Zunächst soll dabei der potentielle Verletzer ermittelt werden, indem die im Auftrag der Rechteinhaber erhobene IP-Adresse mit den Bestandsdaten beim Provider abgeglichen wird. Der so ermittelte potentielle Verletzer soll in einer Art Mahnverfahren einen Warnhinweis vom Provider erhalten. Begeht er trotzdem weitere Verstöße, so können Sanktionen vorgesehen werden. Diese sollen nach den Vorstellungen der Rechteinhaber von der vorübergehenden Sperrung des Anschlusses bis hin zur Kündigung des Vertrages und einer befristeten Vertragssperre reichen. Für diese Verwendung der Verkehrdaten für Mahnungen “auf Zuruf” der Rechteinhaber gibt es keine Rechtsgrundlage. Weder das TKG noch der o. g. zivilrechtliche Auskunftsanspruch in § 101 UrhG, der neben der richterlichen Anordnung offensichtliche Rechtsverletzungen in gewerblichem Ausmaß voraussetzt, erlaubt den Providern dieses Vorgehen zur Identifikation von Internet-Nutzern. Klärungsbedarf sehe ich auch für die Frage der Zulässigkeit der Ermittlung der IP-Adresse, die Voraussetzung für die Identifizierung der Nutzer ist. Diese erfolgt z. B. durch Spähdateien, die vorgeben, die Verknüpfung zu bestimmten vom Tauschbörsennutzer gesuchten Medien zu enthalten, in Wahrheit aber nur die IP-Adresse des Interessenten ermitteln. Ein Herunterladen z. B. von Musikstücken findet also tatsächlich nicht statt. Im anderen Fall werden Tauschbörsen anhand der Prüfsumme der urheberrechtlich geschützten Dateien abgesucht. Mit dem Rechner, der die gesuchten Dateien in seinem offenen Ordner vorhält, ist auch die jeweilige IP-Adresse ermittelt. Auch hier handelt es sich um die heimliche Erhebung der IP-Adressen von Tauschbörsenteilnehmern mit dem Ziel der anschließenden zweckfremden Verwendung dieser Daten.</p>
<p>Auch ich kann das legitime Interesse der Musik- und Filmindustrie, gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet vorzugehen, durchaus nachvollziehen. Die Mittel müssen aber verhältnismäßig sein, den Interessen der Rechteinhaber und dem Schutz des Fernmeldegeheimnisses sowie sonstiger Verfassungsgüter also gleichermaßen Rechnung tragen.</p></blockquote>
<p>Für iRights.info habe ich anlässlich der Verabschiedung des Papiers denn auch folgende Meldung geschrieben:<a href="http://irights.info/index.php?q=node/1937"> Gewerkschaft Verdi fordert Netzüberwachung gegen Urheberrechtsverletzungen</a></p>
<div class='footnotes' id='footnotes-1796'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-1796-1'>Meine Anmerkung zur Kulturflatrate hat tatsächlich Eingang ins  Dokument gefunden, und das in einem inhaltlich eher nebensächlichen  Aspekt, der ver.di aber strategisch auf die Füße hätte fallen können. Im  Diskussionspapier war nämlich behauptet worden, das Justizministerium  habe gesagt, sie würde für jeden Verbraucher 50 Euro im Monat betragen.  Dazu schrieb ich:</p>
<p>Aber nein,  liebe Kolleginnen und Kollegen (falls es Euch  interessiert), so ist es  nicht. Der Quatsch entstammt direkt dem  „Positionspapier zur  Kulturflatrate” des Bundesverbands Musikindustrie.  Worauf beruht die  Zahl? Auf einer aus dem Ärmel geschüttelten  Interview-Äußerung der  Ex-Justizministerin Zypries, die nie ein  größeres Interesse daran  gezeigt hat, die Kulturflatrate  unvoreingenommen zu prüfen.</p>
<p>Bei  der Musikindustrie werden daraus „Schätzungen der   Bundesjustizministerin“, was noch näher an der Wahrheit ist als das, was   man nun in dem ver.di-Papier lesen muss. S. dazu meinen offenen Brief   an die Musikindustrie mit der Überschrift <a href="http://bit.ly/9l8Jlb">Illegale Downloads und  fragwürdige Zahlen</a>, der bei Zeit Online erschienen ist. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-1796-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Was motiviert uns?</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 06:23:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man einen Hammer hat, ist die Welt ein Nagel, sagt das Sprichwort. Dennoch kann ich nicht umhin, in diesem Vortrag mit fantastischer Visualisierung auch eine Analogie zu sehen zur Situation der Verlage in Deutschlannd. Statt anzuerkennen, dass sie die riesige, hoch qualifizierte, selbstmotivierte Schar an freien Mitarbeitern in erster Linie dadurch motivieren könnten, dass sie sie anständig behandeln (und damit meine ich nicht nur höhere Honorare), tun sie genau das Gegenteil &#8211; und riskieren es, <a href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/uber-brain-drain-in-verlagen-journalisten-nicht-wie-bittsteller-behandeln-2/">die besten davon zu verlieren</a>. Sich um Management Skills zu kümmern, z.B. zur Mitarbeitermotivation, ist in Redaktionen eben leider weiterhin ein weithin unbekanntes Konzept.</p>
<p><object width="431" height="261"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/u6XAPnuFjJc&amp;hl=en_US&amp;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/u6XAPnuFjJc&amp;hl=en_US&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="431" height="261"></embed></object></p>
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		<title>Berliner Rede zum Urheberrecht &#8211; meine 2 Cent</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 21:41:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei IUWIS &#8211; Infrastruktur Urheberrecht für Wissenschaft und Bildung gibt es nicht nur einen Artikel zur Berliner Rede der Bundesjustizminsterin von Ben Kaden, sondern auch eine umfasende Zusammenstellung der Reaktionen auf die Rede.
Da ich derzeit wieder unterrichte, komme ich leider nicht dazu, ebenfalls eine fundierte Einschätzung abzugeben. Aber so viel kann ich sagen: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei IUWIS &#8211; Infrastruktur Urheberrecht für Wissenschaft und Bildung gibt es nicht nur <a href="http://iuwis.de/blog/kaum-wissenschaft-kaum-bildung-die-berliner-rede-zum-urheberrecht">einen Artikel</a> zur Berliner Rede der Bundesjustizminsterin von Ben Kaden, sondern auch eine <a href="http://iuwis.de/infopool?name=Berliner+Rede+zum+Urheberrecht&amp;date_filter_op=%3D&amp;date_filter[value][year]=&amp;date_filter[value][hour]=0&amp;date_filter[value][minute]=0&amp;date_filter[value][second]=0&amp;date_filter[value][month]=&amp;date_filter[value][day]=&amp;date_filter[min][year]=&amp;date_filter[min][hour]=0&amp;date_filter[min][minute]=0&amp;date_filter[min][second]=0&amp;date_filter[min][month]=&amp;date_filter[min][day]=&amp;date_filter[max][year]=2010&amp;date_filter[max][hour]=0&amp;date_filter[max][minute]=0&amp;date_filter[max][second]=0&amp;date_filter[max][month]=6&amp;date_filter[max][day]=15">umfasende Zusammenstellung der Reaktionen</a> auf die Rede.</p>
<p>Da ich derzeit wieder unterrichte, komme ich leider nicht dazu, ebenfalls eine fundierte Einschätzung abzugeben. Aber so viel kann ich sagen: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat eine erschreckend rückwarts gewandte Rede gehalten, die mit keinem Wort die drängendsten Probleme der Urheberrechtsgegenwart und -praxis erwähnte: zum einen das völlig aus der Balance geratene Verhältnis zwischen Urhebern und Verwertern. Dass die vertraglichen Regelungen, die Urheber mit  Verwertern treffen, eben genau nicht durch das Urheberrechtsgesetz angemessen reguliert werden (auch nicht durch das Stärkungsgesetz), sondern Total-Buyout-Verträge an der Tagesordnung sind, ist im Ministerium entweder nicht angekommen, oder es wird ignoriert. Ich weiß nicht, was ich schlimmer finden soll.</p>
<p>Durch Aussagen wie &#8220;Wenn man sich anschaut, wie über das Urheberrecht in der digitalen Welt gestritten wird, dann stelle ich fest, dass die Debatte leider von zwei Extremen bestimmt wird&#8221;, versucht die Ministerin den Eindruck zu erwecken, als sei die eine Seite ebenso ernst zu nehmen wie die andere. Damit verschleiert sie, dass es keine <em>ernstzunehmenden, einflussreichen</em> politischen Kräfte gibt, die eine Abschaffung des Urheberrechts fordern (&#8221;für die das Urheberrecht ein blanker Anachronismus geworden ist&#8221;, wie die Ministerin es ausdrückt), auf der anderen Seite aber Vorschläge wie das Leistungsschutzrecht für Presseverlage im Koalitionsvertrag stehen. Eine bewährte Strategie, um später sagen zu können, man habe einen Ausgleich gesucht und gefunden.</p>
<p>Das andere drängende Problem sind die Fragen von Wissenschaft und Forschung, die also offenbar auch im 3. Korb nicht adäquat adressiert werden. Aber dazu s. den Beitrag von Kaden.</p>
<p>Zum Schluss noch ein Wort zu Ulrich Wickert. Offenbar hatte man ihn eingeladen mit dem Hintersinn, dass nach seiner Einführung die Rede der Ministerin nur noch eine Steigerung sein konnte. Das Kalkül ist aufgegangen. Wickert hat genau die Bräsigkeit und Borniertheit demonstriert, die ihn seit Jahrzehnten charakterisiert hat (als er sich vom Journalisten zum Journalistendarsteller wandelte), und die so viele selbsternannte Alpha-Journalisten auszeichnet: Sie glauben, dass sie auch ohne weitere Recherche zu jedem sich bietenden Thema innerhalb einer Stunde etwas Sinnvolles sagen können. Und niemand hat hinterher die Chuzpe, ihnen zu sagen, dass sie damit leider völlig falsch liegen. Eine kenntnisfreiere Einlassung zum Urheberrecht habe ich selten gehört.</p>
<p>Aber sein Gefalsel von den genialischen Autoren, die vor den bösen Raubkopierern geschützt werden wollen, spielt dem BMJ und der Verwerterlobby natürlich perfekt in die Hände. Wickert (und die Ministerin) sollten sich zwei Dinge durchlesen: Jessica Litmans Essay <a href="http://heinonline.org/HOL/LandingPage?collection=journals&amp;handle=hein.journals/upitt53&amp;div=12&amp;id=&amp;page=">Copyright as Myth</a> und die <a href="http://www.bournemouth.ac.uk/about/people_at_bu/our_academic_staff/IBAL/profiles/mkretschmer.html">Studien von Martin Kretschmer</a> zur ökonomischen Bedeutung des Urheberrechts.</p>
<p>Ach ja (Nachtrag): und natürlich Till Kreutzers Analyse zu AGB: <a href="http://www.irights.info/?q=node/761">Freiwild oder Artenschutz: Ausbeutung durch AGB</a> und den von iRights.info im <a href="http://irights.info/?q=Branchenportraits">Projekt Arbeit2.0</a> erstellten Abschlussbericht: <a href="http://irights.info/fileadmin/texte/material/Abschlussbericht.pdf">Arbeit 2.0 &#8211; Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt</a> (PDF, 6,6 MB) mit meinem <em>Brancheportrait Journalismus</em>.</p>
<p>Man wird ja noch träumen dürfen.</p>
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		<item>
		<title>Über Brain Drain in Verlagen: &#8220;Journalisten nicht wie Bittsteller behandeln&#8221;</title>
		<link>http://immateriblog.de/in-eigener-sache/uber-brain-drain-in-verlagen-journalisten-nicht-wie-bittsteller-behandeln-2/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 07:16:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mein Vortrag vom Publishers Forum am 26. April in Berlin ist jetzt bei Kress hinter einer Bezahlschranke verschwunden. Es ist das gute Recht der Betreiber, damit so umzugehen, aber wie so oft zeigt sich, dass Autoren und Verlage nicht zwangsläufig die gleichen Interessen haben. Ich will ja, dass er gelesen werden kann (und ärgere mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Vortrag vom<span style="color: #e3007b ! important; text-decoration: none;"><a href="http://www.publishersforum.de/index.php" target="_blank"> Publishers Forum</a></span> am 26. April in Berlin ist jetzt bei Kress hinter einer Bezahlschranke verschwunden. Es ist das gute Recht der Betreiber, damit so umzugehen, aber wie so oft zeigt sich, dass Autoren und Verlage nicht zwangsläufig die gleichen Interessen haben. Ich will ja, dass er gelesen werden kann (und ärgere mich darüber, dass alle Links jetzt zu Kress führen und man dort den Eindruck bekommt, der Vortrag steht nicht mehr zur Verfügung). Daher hier noch einmal der volle Text.</p>
<div id="attachment_1453" class="wp-caption alignleft" style="width: 435px"><a rel="attachment wp-att-1453" href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/uber-brain-drain-in-verlagen-journalisten-nicht-wie-bittsteller-behandeln-2/attachment/newspaperman_425/" target="_blank"><img class="size-full wp-image-1453" title="newspaper man" src="http://immateriblog.de/wp-content/uploads/2010/06/newspaperman_425.jpg" alt="Newspaper man" width="425" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">Newspaper man at Germantown Ave and Creshiam Valley Drive. Early 90&#39;s. Scanned. (c) Ed Stevenson (http://www.flickr.com/people/estevenson/), CC by-nc 2.0</p></div>
<p>02.05.2010</p>
<p><strong>Eine Hand voller Content<br />
</strong><br />
Seit etwas mehr als zehn Jahren unterrichte ich an Journalistenschulen, in Volontärskursen und an Universitäten Journalismus. Und obwohl es dabei in den allermeisten Fällen nicht um Ethik des Journalismus oder vergleichbar Grundsätzliches geht, sondern um so profane, praxisrelevante Themen wie Recherche oder Online-Journalismus, kommt doch immer wieder die Frage auf, welche Aufgabe der Journalismus hat oder haben sollte, welche Motivation Journalisten antreibt, ihren Job zu machen.</p>
<p>Darauf gibt es viele schlaue Antworten: Man kann vom Journalismus als der vierten Gewalt im Staat sprechen, die die anderen drei kontrollieren soll, von der Wächterfunktion, die er übernimmt, um in einem System der Checks and Balances dafür zu sorgen, dass die Gewaltenteilung funktioniert.</p>
<p>Man kann aber auch sagen, und manchmal tue ich das: Lesen Sie <strong>Rafik Schamis </strong>Buch &#8220;<strong>Eine Hand voller Sterne</strong>&#8220;, dann wissen Sie es.<span id="more-1410"></span></p>
<p>Das Buch handelt vom Leben eines 14jährigen Bäckersjungen im Damaskus der – wahrscheinlich – 70er Jahre. Seinen Namen kennen wir nicht, denn er ist der Ich-Erzähler des Buches, es sind seine Tagebucheinträge, die wir lesen. Der Junge muss in der Bäckerei seines Vaters arbeiten, aber er schreibt lieber Gedichte und lernt im täglichen Leben sehr genau die kleinen und großen Ungerechtigkeiten kennen, die ihn umgeben. Irgendwann trifft er beim Brotaustragen auf Habib.</p>
<p>Habib ist der typische Journalist, wie wir ihn aus Büchern und Filmen kennen: er raucht zu viel, trinkt zu viel und pflegt ein eher distanziertes Verhältnis zur Körperhygiene. Aber im Gegensatz zu vielen Darstellungen in westlichen Büchern, liegt der Grund nicht darin, dass seine Frau ihn verlassen hat oder er ein einsamer Wolf ist, der in seiner Jugend &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/All_the_presidents_men" target="_blank">All the Presidents Men</a>&#8221; gelesen hat.</p>
<p>Sondern darin, dass er für eine Regierungszeitung arbeitet, um sich über Wasser zu halten – sich dafür aber verachtet, weil er sich irgendwann, gemeinsam mit einem Kollegen, geschworen hatte, nur die Wahrheit zu berichten. Dieser Kollege ist jetzt sein Chefredakteur und weigert sich, regierungskritische Texte abzudrucken.</p>
<p>Über eine ihrer ersten Begegnungen heißt es im Tagebuch des Jungen:</p>
<p>&#8220;Ich erzählte ihm, dass ich Journalist werden will, und bat ihn, mir etwas von diesem Beruf beizubringen. &#8216;Vergiß es, mein Junge! Lieber wäre ich Bäcker; der weiß zumindest, daß er etwas Nützliches tut.&#8217;&#8221;</p>
<p>Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.</p>
<p>Natürlich vergisst es der Junge nicht, sondern gründet mit Habib eine anonyme Zeitung, in der sie über die Ungerechtigkeit im Land berichten und die Regierung kritisieren. Das besondere an der Zeitung ist nicht nur der Inhalt, sondern auch der Vertrieb: sie vervielfältigen die Artikel mit einer Matrize und stecken sie in Socken, die sie für einen Schleuderpreis auf dem Basar verkaufen.</p>
<p><strong>Sie kämpfen für die Wahrheit<br />
</strong><br />
Für eine Weile läuft die Zeitung gut. Doch dann wird Habib festgenommen, weil ihm die Regierung auf die Schliche gekommen ist. Es wird angedeutet, dass er nicht mit dem Leben davon kommen wird. Aber, so fasst ein <strong>Wikipedia</strong>-Autor den Schluss zusammen, &#8220;der inzwischen Siebzehnjährige gibt nicht auf und führt mit seinen Freunden Mahmud und Nadia die Sockenzeitung weiter, um der Regierung zu demonstrieren, dass sie immer für die Wahrheit kämpfen werden und diese nie aufgeben.&#8221;</p>
<p>Sie kämpfen für die Wahrheit und geben diese nie auf. Sie sind Journalisten geworden. Dazu später mehr.</p>
<p>Wir leben in Deutschland, nicht in Syrien. Das bedauere ich bisweilen, wenn ich aufs Wetter schaue, aber ich hatte schon das Vergnügen, in Damaskus mit Journalisten zu arbeiten und kann sagen: Deutschland ist ein Paradies im Vergleich zu Syrien, wenn es um die negative Pressefreiheit geht.</p>
<p>Negative Pressefreiheit – was soll das sein?</p>
<p>Der Philosoph <strong>Isaiah Berlin</strong> unterscheidet zwischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Isaiah_Berlin" target="_blank">negativer und positiver Freiheit</a>. Das Konzept ist umstritten, aber gut geeignet deutlich zu machen, worum es hier geht. Negative Freiheit bedeutet Berlin zufolge &#8220;Freiheit von etwas&#8221; – also Freiheit von Zwang, Unterdrückung, Zensur, Gewalt. Ihr zur Seite steht die positive Freiheit, die &#8220;Freiheit zu etwas&#8221; – also einem selbst bestimmten Leben, Autonomie und ähnlichem.</p>
<p>Die negative Freiheit des Journalismus ist in Deutschland garantiert durch den <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_5.html" target="_blank">Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes</a> und wurde gegen zahlreiche Angriffe, die auch in diesem Land immer wieder stattfinden, geschützt durch die Urteile des Bundesverfassungsgerichts, zuletzt das von vielen hoch gelobte Urteil im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cicero-Urteil" target="_blank">Fall &#8220;Cicero&#8221;</a>.</p>
<p><strong>Positive Pressefreiheit<br />
</strong><br />
Darauf darf man sich nicht ausruhen, denn die Angriffe auf diese negative Pressefreiheit durch Vorhaben wie die <a href="http://www.sueddeutsche.de/computer/149/423908/text/" target="_blank">Vorratsdatenspeicherung</a> hören ja nicht auf. Aber mir soll es um die positive Pressefreiheit gehen – um die Freiheit zum Journalismus.</p>
<p>Womit wir beim Verhältnis zwischen Verlagen und Journalisten sind.</p>
<p>Vor einigen Wochen hat <a href="http://en.ejo.ch/?page_id=622" target="_blank">Stefan Ruß-Mohl</a>, Professor für Journalistik und Medienmanagement an der <strong>Universität Lugano</strong>, in der &#8220;<strong>Süddeutschen Zeitung</strong>&#8221; einen <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/542/501793/text/" target="_blank">Beitrag</a> in der Reihe mit dem paradigmatischen Titel &#8220;Wozu noch Journalismus?&#8221; veröffentlicht. Er war der erste und bisher einzige, der ein Thema ansprach, vor dem sich Verlage drücken wie ein Schulbub vor den Hausaufgaben: Die Bezahlung ihrer Mitarbeiter, und zwar nicht in erster Linie der Angestellten, sondern der freien Mitarbeiter.</p>
<p>&#8220;Zur Professionalität&#8221;, so Ruß-Mohl, &#8220;zum Beruf des Journalisten gehört Unabhängigkeit und – ja, auch: ein bisschen Stolz. Nicht zu verwechseln mit Arroganz und Dünkel, die leider in der Zunft ebenfalls sehr verbreitet sind. Unabhängigkeit und Stolz sind mit dem nicht vereinbar, was die Branche derzeit ihren fest angestellten Mitarbeitern zumutet und wie kümmerlich sie freie Journalisten honoriert. Wenn wir professionellen Journalismus erhalten wollen, gilt es deshalb, der Gratis-Kultur eine Kultur der Fairness entgegensetzen. Das ist kein leichtes, aber ein lohnendes Unterfangen.&#8221;</p>
<p>Wenn Ruß-Mohl hier von Gratiskultur spricht, dann meint er zum einen das, was in Verlagen darunter verstanden wird; wenn Verleger von ihren Lesern im Internet als von durch eine &#8220;Geiz-ist-geil&#8221;-Mentalität versauten Parasiten sprechen, die teuer produzierten so genannten &#8220;Qualitätsjournalismus&#8221; nur kostenlos haben wollen. Zugleich setzen sie ihnen von Rechtschreibfehlern über <a href="http://www.bildblog.de/16128/wie-sich-alle-mit-hartz-iv-verrechnen/" target="_blank">lausige Recherche</a> bis <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/gute-nachrichten-schlechte-nachrichten/" target="_blank">Kampagnenjournalismus</a> alles vor, was sie im Ärmel haben, um ihre eigenen Sonntagsreden Lügen zu strafen. Und dann kommen auch noch böse Blogger und weisen darauf hin.</p>
<p>Diese Gratiskultur also soll ein Ende haben, und auch Ruß-Mohl singt das hohe Lied der Bezahlinhalte. Was davon zu halten ist, können Sie im ausgezeichneten <a href="http://medialdigital.de/2010/04/23/inhalteproduzenten-brauchen-neue-wertschopfungsketten-meine-keynote-beim-cologne-web-content-forum/" target="_blank">Vortrag</a> von <strong>Ulrike Langer</strong> nachlesen, den sie vergangene Woche beim &#8220;<strong>Cologne web content forum</strong>&#8221; gehalten hat, und der mit zahlreichen weiter führenden Links versehen ist. In ihrem Weblog natürlich.</p>
<p><strong>Kümmerliche Honorierung freier Journalisten<br />
</strong><br />
Ich will mich darauf konzentrieren, was Ruß-Mohl auch angesprochen hat: auf die kümmerliche Honorierung freier Journalisten.</p>
<p>Im Selbstversuch mit der Stoppuhr hat Ruß-Mohl aufgezeichnet, dass er etwa zehn Stunden an dem Beitrag geschrieben hat, wobei er auf Textpassagen aus früheren Publikationen zurück greifen konnte. Eine weitere halbe Stunde lang hat er den Beitrag auf Wunsch der Redaktion überarbeitet. Er schreibt: &#8220;Hätte ein Journalist recherchiert und nicht ein Professor auf sein Wissen und seine eigenen Vorleistungen zugreifen können, wäre vielleicht ein ausgewogeneres Stück mit mehr Quellen entstanden, aber dies hätte vermutlich die Produktionszeit verdoppelt.&#8221;</p>
<p>Zum Honorar sagt Ruß-Mohl nur, dass es nicht der Rede wert sei und weit unter dem Satz liege, der bei der Printausgabe üblich ist.</p>
<p>Nun, ich kann das Geheimnis zumindest zum Teil lüften: Die &#8220;Süddeutsche Zeitung&#8221; zahlt für einen Beitrag im Feuilleton etwa 1,50 Euro pro Zeile à 40 Anschläge. Ruß-Mohls Text hat 12.800 Anschläge, er hätte also 480 Euro dafür bekommen – wenn er in der &#8220;Süddeutschen Zeitung&#8221; erschienen wäre.</p>
<p>Beim Online-Angebot dürfte es mindestens ein Drittel weniger sein, das wären dann 320 Euro. Bei einem Freiberufler gehen davon Steuern und Sozialversicherung ab, und natürlich die Arbeitsmittel, für die er selber zu sorgen hat, vom Computer, über das Telefon bis zum Büro. Das alles für eineinhalb bis zwei Tage Arbeit.</p>
<p>Nur: Die &#8220;Süddeutsche Zeitung&#8221; zahlt vergleichsweise gut.</p>
<p>Auf <a href="http://www.mediafon.net/empfehlungen_honorare_text.php3?view=&amp;si=&amp;lang=1" target="_blank">mediafon.net</a>, einem Informationsangebot der Gewerkschaft <strong>verdi</strong>, kann man sich die Zeilenhonorare anderer deutscher Zeitungen anschauen.</p>
<p>Es zahlen<br />
• der &#8220;<strong>Mannheimer Morgen</strong>&#8220;: 46 Cent pro Zeile;<br />
• der &#8220;<strong>Münchner Merkur</strong>&#8220;: 41 Cent;<br />
• die &#8220;<strong>Augsburger Allgemeine</strong>&#8220;: 20 Cent;<br />
• die &#8220;<strong>Deister-Leine-Zeitung</strong>&#8220;: 15 Cent;<br />
• die &#8220;<strong>Westfälische Rundschau</strong>&#8220;: 15 Cent;<br />
• die &#8220;<strong>Offenbacher Post</strong>&#8220;: 12 Cent;<br />
• die &#8220;<strong>Norddeutsche Rundschau</strong>&#8220;: 11 Cent;<br />
• die &#8220;<strong>Marburger Neue Zeitung</strong>&#8220;: 10 Cent.</p>
<p>Ich zitiere aus dem <a href="http://www.irights.info/index.php?id=728" target="_blank">Eröffnungsvortrag</a>, den <strong>Tom Schimmeck</strong> beim Gründungskongress des Verbands freier Journalisten, <strong>Freischreiber</strong>, im November 2008 gehalten hat:</p>
<p>&#8220;Ja, da lacht der Freie: Da braucht er nur jeden Monat einen Text von ungefähr der Länge der Bibel zu verfassen, um auf einen anständigen Lebensunterhalt zu kommen.&#8221;</p>
<p>Zum Lachen ist vielen freien Journalisten schon lange nicht mehr zumute.</p>
<p>Womit wir wieder bei der positiven Pressefreiheit sind, bei der Freiheit dazu, Journalismus zu produzieren. Diese Freiheit ist bedroht. Nicht vom Staat, nicht von der Polizei, wild gewordenen Staatsanwälten oder größenwahnsinnigen Innenministern.</p>
<p>Sondern von den Verlagen selbst.</p>
<p>&#8220;Journalisten machen keine PR&#8221;, lautet Punkt 5 des <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/index.php?article_id=267" target="_blank">Medienkodex des Netzwerk Recherche</a>. Die Wahrheit ist nur: Natürlich machen viele Journalisten PR, weil sie sonst gleich ALG II beantragen könnten.</p>
<p><strong>Arroganz wohlfeiler Kodizes<br />
</strong><br />
Vor allem aber, und das zeigt die unglaubliche Ignoranz und Arroganz, die sich hinter solch wohlfeilen Kodizes verbirgt, die meist ausschließlich von Gehaltsempfängern gezimmert werden: alle Medien, auch die selbst ernannten Qualitätsmedien, von &#8220;FAZ&#8221; über &#8220;Süddeutsche Zeitung&#8221; bis hin zu den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, lassen sich ihre Zeitungen und Sendungen verdeckt von den PR-Abteilungen von <strong>Daimler</strong> und <strong>Siemens</strong> subventionieren. Wie ich darauf komme?</p>
<p>Bei knapp der Hälfte der freiberuflichen Journalisten reichen die Einnahmen aus journalistischer Arbeit nicht aus, um <a href="http://www.dfjv.de/fileadmin/user_upload/pdf/DFJV_Studie_Freie_Journalisten.pdf" target="_blank">ihren Lebensunterhalt zu bestreiten</a>.</p>
<p>Wo kommt das Geld also her? Zu einem großen Teil aus PR-Aufträgen. Ohne sie könnten viele es sich überhaupt nicht mehr leisten, journalistisch zu arbeiten.</p>
<p>Die Verleger glauben an den Journalismus. Sie vergessen nicht, das bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu betonen. Denn irgendwer müsse ja auswählen für die Leser aus der alles überschwemmenden Flut der Nachrichten.</p>
<p>Beispielhaft <strong>Springer</strong>-Vorstand <a href="http://www.welt.de/print-welt/article215176/Der_Journalismus_lebt_Essay.html" target="_blank">Mathias Döpfner beim Weltkongress der Zeitungsverleger</a> vor vier Jahren: &#8220;Denn von einem bin ich überzeugt&#8221;, sagte Döpfner, &#8220;wenn jede Information für jedermann jederzeit überall verfügbar ist, dann wächst das Bedürfnis nach Orientierung, Auswahl oder dem, was den guten Zeitungsjournalisten ausmacht: Führung.&#8221;</p>
<p><strong>Schlag ins Gesicht: Total Buyout<br />
</strong><br />
Und – wer soll sie übernehmen, diese Führung? Die Journalisten, die einen Großteil von Döpfners Produkten mit Inhalten füllen, denen Springer aber einen Total-Buyout-Vertrag vorgelegt hat, der nicht nur ein Schlag in ihr Gesicht war, sondern anschließend auch <a href="http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?id=4bacdf7e5a707&amp;akt=news_recht&amp;view=&amp;si=4bd3210bc7a65&amp;lang=1" target="_blank">vor Gericht für teilweise rechtswidrig</a> erklärt worden ist? Das gleiche gilt für Geschäftsbedingungen des <a href="http://www.djv.de/Aktuelle-News.2905+M50dc6baa0e2.0.html" target="_blank">Bauer-Verlags</a> und des <a href="http://www.pressebox.de/pressemeldungen/deutscher-journalisten-verband-e-vgewerkschaft-der-journalistinnen-und-journalisten/boxid/279946" target="_blank">Nordost-Mediahouse</a>, Herausgeber des &#8220;<strong>Nordkurier</strong>&#8220;.</p>
<p>Was die Geschäftsführung der &#8220;Zeit&#8221;, dieses heiligen Grals des Journalismus in Deutschland, nicht daran gehindert hat, vor einigen Wochen einen <a href="http://freischreiber.de/home/wann-wir-schreiten-zeit%E2%80%99-zeit%E2%80%99" target="_blank">vergleichbaren Vertrag</a> vorzulegen, mit dem sie ihre Autoren zwingen will, sämtliche Nutzungsrechte an ihren Werken für alle Zeiten, inklusive der Vergangenheit, abzutreten. Den meisten Juristen dürften sich die Haare sträuben.</p>
<p><strong>DJV</strong> und <strong>dju</strong> haben bereits beantragt, eine einstweilige Verfügung gegen die &#8220;Zeit&#8221; zu erlassen, mit der dem Verlag untersagt werden soll, Zitat: &#8220;von freien Journalistinnen und Journalisten die maßlose Einräumung der Rechte an ihren Texten zu verlangen&#8221;. Ich habe keinen Zweifel daran, dass diese Verfügung erlassen wird. Ich habe allerdings begründeten Zweifel an der Redlichkeit <a href="http://www.zeitverlag.de/" target="_blank">der Geschäftsführung der &#8220;Zeit&#8221;</a>.</p>
<p><strong>Gutsherrenart gegenüber Geschäftspartnern<br />
</strong><br />
Wenn man die Verlage darauf anspricht, ob sie nicht ein Problem darin sehen, die Menschen, die eigentlich ihre Geschäftspartner sein sollten, nach Gutsherrenart zu behandeln (manchen würde eher ein Vergleich mit sizilianischem Landadel einfallen), dann antworten sie regelmäßig: wir befinden uns in einem Markt, der regelt das dann schon über Angebot und Nachfrage.</p>
<p>Das ist ein interessantes Argument. Vor allem angesichts der <a href="../in-eigener-sache/gottes-werk-und-googles-beitrag-zeitungsverlage-und-die-herausforderungen-der-link-okonomie/" target="_blank">Forderung der Presseverlage nach einem Leistungsschutzrecht</a>. Da kann es mit einem Mal nicht mehr der Markt regeln, dass die Verlage ihre Oligopolstellung verlieren, dass sie sich einer Konkurrenz ausgesetzt sehen, die ihr Geschäftsmodell bedroht, und auf die sie bisher eher tölpelhaft als visionär reagiert haben. Da rufen sie dann nach dem Staat, der ihnen ein Leistungsschutzrecht verschaffen soll, damit ihre Investitionen geschützt bleiben.</p>
<p>Ein Leistungsschutzrecht übrigens, dass die Presse- und Ausdrucksfreiheit gefährden würde. Das das Zitatrecht einschränken, die Kommunikationsfreiheit im Internet behindern würde, das freiberufliche Journalisten noch einmal schlechter stellen würde in ihrer Rechtsposition gegenüber den Verlagen. Ein neues Schutzrecht, von dem der Dortmunder Medienrechtler <strong>Udo Branahl</strong> sagt, dass es &#8220;<a href="http://www.message-online.com/94/spielkamp.html" target="_blank">ein Bruch mit sämtlichen kontinentalen Freiheitstraditionen</a>&#8221; wäre.</p>
<p><strong>Leistungsschutzrecht hätte Kollateralschäden zur Folge<br />
</strong><br />
Woher ich das alles weiß? Nun, ich weiß es nicht, denn mehr als eineinhalb Jahre, nachdem die Forderung das erste Mal aufgekommen ist, nachdem die Verlagslobbyisten es geschafft haben, der schwarz-gelben Regierung die Forderung nach einem solchen Recht in den <a href="http://www.cdu.de/doc/pdfc/091026-koalitionsvertrag-cducsu-fdp.pdf" target="_blank">Koalitionsvertrag</a> zu diktieren, liegt kein Gesetzentwurf vor. Jeder unabhängige Urheberrechtler, den ich bisher gefragt habe, ob er sich vorstellen kann, dass ein solches Schutzrecht keinen Kollateralschaden anrichten würde, hat das verneint. Und es waren viele. Solange die Verlage keinen Gesetzentwurf vorgelegt haben, an dem man ihre gebetsmühlenartigen Beschwichtigungsformeln überprüfen kann, dass schon alles in Ordnung sein werde mit dem neuen Recht, muss man vom Gegenteil ausgehen.</p>
<p>Das Problem hätte sich längst erledigt, wenn nicht auch in vielen deutschen Journalisten wenigstens ein Quäntchen von dem steckte, was den Bäckersjungen in Damaskus antreibt: für sie ist Journalismus mehr Berufung als Beruf. Wenn es nicht so wäre, hätten sie etwas Anständiges lernen und nicht &#8220;irgendwas mit Medien&#8221; machen wollen, was dann darin endet, dass sie ihren Namen in der Zeitung lesen, aber ihre Miete nicht bezahlen können.</p>
<p>Oder, wie es der WDR-Journalist und Vorsitzende der ver.di-Bundeskommission Selbstständige, <strong>Ulli Schauen</strong>, <a href="http://www.schauen.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=88:interview-arbeiten-fuer-den-wdr&amp;catid=34&amp;Itemid=27" target="_blank">ausdrückt</a>: &#8220;Eines der großen Dilemmata im Bewusstsein der Medien- und Kulturschaffenden ist, dass sie so furchtbar berufsstolz sind. Ihre Veröffentlichungen haben für sie einen so großen Stellenwert, dass sie sich einen Teil ihrer Arbeit nicht mit Geld, sondern mit Autorenstolz abkaufen lassen. Dadurch ist das künstlerische oder journalistische Produkt billiger zu haben. Und die Medienindustrie, die Öffentlich-Rechtlichen inbegriffen, nutzt das wie jede andere Industrie schamlos aus.&#8221;</p>
<p><strong>Verweigerung von Wertschätzung<br />
</strong><br />
Nun, auch diese Motivation hat ihre Grenze. Mehr und mehr Journalisten entdecken, dass Berufsstolz nicht nur damit erzeugt wird, den eigenen Namen in der Zeitung zu lesen, sondern auch damit, nicht tagtäglich von seinen Kunden – den Verlagen – gedemütigt zu werden. Berufsstolz kann nur da entstehen, wo die eigene Arbeit Wertschätzung erfährt.</p>
<p>Sie suchen sich etwas anderes, wenn ihnen diese Wertschätzung verweigert wird.</p>
<p>Kürzlich war ich bei einem Treffen des <a href="http://freischreiber.de/" target="_blank">Freischreiber-Verbands</a>, bei dem es darum ging, Ideen für einen Kongress zu entwickeln, bei dem freiberuflichen Journalisten Wege in die Zukunft aufgezeigt werden sollen. Nach der Vorstellungsrunde war klar, dass von den etwa 20 Anwesenden ungefähr zwei Drittel ihr Geld nicht nur mit Journalismus verdienen. Nicht, weil sie nicht könnten, sondern weil sie nicht mehr wollen.</p>
<p>Denn die Verlage sollten und können davon ausgehen, dass es genau diese Kolleginnen und Kollegen sind, die Alternativen dazu haben, Journalisten zu sein. Die mit ihren Fähigkeiten in anderen Branchen reüssieren können, wo sie besser behandelt und besser bezahlt werden. Und die das nur deshalb bisher nicht getan haben, weil sie leidenschaftliche Journalisten und schlechte Geschäftsleute sind. Aber irgendwann ist auch bei ihnen das Maß voll. Was sich hier vollzieht ist das, was man einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Braindrain" target="_blank">Brain Drain</a> nennt. Und er hat gerade erst begonnen.</p>
<p><strong>Ausbeutung von &#8220;Content&#8221;<br />
</strong><br />
Das alles jedoch, so hat man den Eindruck, macht Verlagen keine Sorgen. Frohgemut werden Honorare bezahlt, die, auf einen Stundenlohn umgerechnet, in <a href="http://www.boeckler.de/pdf/ta_mindestloehne_aentg.pdf" target="_blank">der ostdeutschen Sicherheitsbranche</a> sittenwidrig wären. Es werden Verträge aufgesetzt, die den Autoren immer wieder aufs Neue demonstrieren, dass es um Ausbeutung ihres &#8220;Contents&#8221; und ihrer Arbeitskraft geht, nicht um Zusammenarbeit.</p>
<p>Es bereitet ihnen keine Sorgen. Doch es sollte ihnen Sorgen bereiten. Denn wenn es einen Weg gibt für sie zu überleben, jetzt, da ihre <a href="http://www.shirky.com/weblog/2009/03/newspapers-and-thinking-the-unthinkable/" target="_blank">Veröffentlichungsmonopole der Vergangenheit</a> angehören, dann liegt er darin, Lesern etwas zu bieten, was diese woanders nicht bekommen können, oder zumindest nicht so gut. Döpfner nennt es Führung, andere nennen es schlicht Mehrwert. Und damit meine ich keine Klickstrecken aus Tittenbildern. Sondern fesselnde Reportagen, Analysen, die die Augen öffnen, Recherchen, die zutage fördern, was mancher gerne verbergen würde.</p>
<p>Wie sie das schaffen wollen mit Mitarbeitern, denen sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit ihre Verachtung zeigen, ist mir zumindest nicht ganz klar.</p>
<p>Vor allem aber sollten sich die Verlage nicht zu sehr in Sicherheit wiegen.</p>
<p><strong>Der Markt wird es schon regeln<br />
</strong><br />
Journalismus, der seinen Namen verdient, wird sich immer seinen Weg suchen. Dass er in dem historisch begrenzten Zeitraum der letzten Jahrzehnte, in dem politisch begrenzten Raum, den demokratisch verfasste Länder darstellen, in Verlagen stattgefunden hat und zu einem großen Teil noch stattfindet, ist keine Notwendigkeit. Verlage haben einfach das beste Umfeld für Journalismus geboten.</p>
<p>Sobald sie das nicht mehr tun, wird Journalismus woanders stattfinden.</p>
<p>Was dem einen staatliche Zensur und Überwachung, also der Mangel an negativer Pressefreiheit, ist dem anderen ein lachhaftes Honorar, gekoppelt mit einem Total-Buyout-Vertrag, also ein Mangel an positiver Pressefreiheit.</p>
<p>Was also dem einen seine Socke, ist dem anderen sein Weblog. Oder sein <a href="http://spot.us/" target="_blank">Spot.us</a>, sein <a href="http://www.tagesschau.de/kultur/pulitzer106.html" target="_blank">ProPublica</a>, sein <a href="http://www.perlentaucher.de/" target="_blank">Perlentaucher</a>.</p>
<p>Wenn Verlage wollen, dass Journalismus bei ihnen stattfindet, dann müssen sie Journalisten wie Partner behandeln, nicht wie Bittsteller. Ob sie das wollen oder nicht, ist egal. Der Markt, da bin ich ganz zuversichtlich, wird es tatsächlich regeln.</p>
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		<title>Medienradio: Brain Drain in Verlagen, Leistungsschutzrecht, Geruch der Gosse</title>
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		<pubDate>Thu, 13 May 2010 22:16:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Komme gerade vom Medienradio. Hab natürlich wieder vergessen, vorher zu twittern. Sei&#8217;s drum. Das MP3 (Vorsicht! 85 MB) ist inzwischen veröffentlicht.
Es war ein interessantes Gespräch mit Jana Wuttke, Philip Banse und Thomas Jaedicke. Es ging auch um Buyout-Verträge, und da fiel mir ein, dass ich mein Total-Buyout-Mashup noch gar nicht veröffentlicht habe, das Jörg Sundermeier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Komme gerade vom <a href="http://medienradio.org/mr/mr023-journalisten-und-verlage/">Medienradio</a>. Hab natürlich wieder vergessen, vorher zu twittern. Sei&#8217;s drum. Das <a href="http://medienradio.org/audio/100513_Spielkamp.mp3">MP3</a> (Vorsicht! 85 MB) ist inzwischen veröffentlicht.</p>
<p>Es war ein interessantes Gespräch mit Jana Wuttke, Philip Banse und Thomas Jaedicke. Es ging auch um Buyout-Verträge, und da fiel mir ein, dass ich mein Total-Buyout-Mashup noch gar nicht veröffentlicht habe, das Jörg Sundermeier und ich am Dienstag bei der Verbrecherversammlung in einer szenischen Lesung vorgetragen haben. Es ist ein Remix der Geschäftsbedingungen der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, des Parlaments, des Main-Echos, der Rheinpfalz, von Spiegel Online und des Axel-Springer-Verlags. Et voilà:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter&#8230;,</p>
<p>wir freuen uns, Sie als freien Mitarbeiter des Verlags begrüßen zu dürfen. Wie Sie wissen, wächst das multimediale Informationsbedürfnis der Leser. Deshalb entwickelt der Verlag Publikationsformen für alle modernen Kommunikationstechniken. Dies gehört zum redaktionellen Kerngeschäft und dient dazu, die Bindung zum Leser und die Wettbewerbsposition des Magazins zu stärken.</p>
<p>Bitte geben Sie uns nun formell die Erlaubnis, dass wir Ihre Beiträge für solchen modernen Verbreitungsformen nutzen können. Dies trägt dazu bei, das traditionsstarke Medium Zeitung in eine gute Zukunft zu führen.</p>
<p>Im Hinblick auf die multimediale Nutzung aller Beiträge erlauben wir uns, Sie darauf hinzuweisen, dass seit jeher mit jeder Honorarzahlung die Einräumung und Nutzung des Printmedien-, des Multimedia-, des Datenbank- sowie des Werberechtes zur ausschließlichen, zeitlich, räumlich und inhaltlich unbeschränkten Nutzung an allen bekannten, körperlichen und unkörperlichen Nutzungsarten abgegolten wird.</p>
<p>Zur Ausübung der [folgenden] Nutzungsrechte durch den Verlag bedarf es keiner weiteren Zustimmung des/r Mitarbeiters/in. Eine Verpflichtung zur Nennung des/r Mitarbeiters/in bei Ausübung der Nutzungsrechte und zur Autorennennung besteht nicht. Das Recht auf Zugang zu den Arbeitsergebnissen oder Teilen davon sowie das Recht auf Herausgabe einer Autorenkopie sind ausgeschlossen.</p>
<p><strong>Printmediarecht:</strong><br />
Der Verlag darf das Werk ganz oder in Teilen in körperlicher Form im In- und Ausland in allen Printausgaben der Zeitung sowie für oder in Printmedien aller Art nutzen. Das Nutzungsrecht umfasst dabei insbesondere das Vervielfältigungsrecht, das Verbreitungsrecht, das Vermietungsrecht, das Verleihrecht und das Archivierungsrecht.</p>
<p><strong>Bearbeitungsrecht:</strong><br />
Das Werk darf in andere Sprachen übersetzt, bearbeitet (z.B. Layoutänderungen, Endredaktion) und insbesondere auch gekürzt werden.</p>
<p><strong>Werberecht:</strong><br />
Der Verlag ist befugt, das Werk zu (eigenen) Werbezwecken abzudrucken, im Rundfunk und Fernsehen zu senden, in Online-Medien zu präsentieren und auf sonstige Weise wiederzugeben.</p>
<p><strong>Recht der elektronisch/digitalen Verwertung:</strong><br />
Der Verlag darf das Werk digitalisiert oder nicht digitalisiert erfassen, auf Datenbanken mit anderen Werken und Beiträgen vereinen und kombinieren und auf allen bekannten Speichermedien speichern. Ferner darf das Werk in jeder beliebigen Form, auch interaktiv, auf elektronischem Wege nutzbar gemacht (z.B. e-paper), auf beliebigen Daten-, Bild- oder Tonträgern, beispielsweise CD-ROM, CD und DVD, vervielfältigt und eigenständig vermarktet oder verbreitet werden. Erlaubt ist insbesondere die Nutzung in Online-Diensten (z.B. Tele- und Mediendiensten), Internet, Film, Rundfunk, Video, in und aus Datenbanken, Telekommunikations-, Mobilfunk-, Breitband- und Datennetzen sowie für elektronische Pressespiegel, gleichgültig, mit welcher Technik die Übertragung auf vorhandene mobile und stationäre Endgeräte erfolgt.</p>
<p><strong>Datenbankrecht:</strong><br />
Das Werk darf digitalisiert erfasst und auf allen derzeit bekannten Speicher-, Aufzeichnungs- und Wiedergabesystemen unter Einschluss aller optischen, magnetischen, magnetooptischen, holografischen und sonstigen digitalen und analogen Speichermedien gemeinsam mit anderen Materialien gespeichert, bearbeitet, mit einer Retrieval-Software versehen und auf beliebige Datenträger gespeichert werden. Diese Datenträger dürfen in beliebiger Form vervielfältigt werden. Außerdem ist es erlaubt, das Werk im Wege der Datenfernübertragung (download) auf die Rechner Dritter zu übertragen und Ausdrucke von Papierkopien durch diese Endnutzern zu gestatten.</p>
<p>Sie räumen uns an jedem Ihrer Beiträge neben dem Recht auf Erstveröffentlichung das ausschließliche zeitliche, räumliche und inhaltlich unbeschränkte Recht ein, den jeweiligen Beitrag auch in sonstigen Publikationen des Verlags zu veröffentlichen, ihn in jede Form wiederzugeben und zu verbreiten sowie Dritten entgeltlich der unentgeltlich einfache Nutzungsrechte daran einzuräumen und/oder die eingeräumten Rechte entgeltlich oder unentgeltlich auf Dritte zu übertragen, und den Dritten zu ermächtigen, diese Nutzungsrechte wiederum weiter zu übertragen, gegebenenfalls auch mit der Maßgabe, abermals Drittverwertungsrechte einräumen zu können usw., insbesondere</p>
<p><strong>das Multimediarecht,</strong><br />
das heißt, das Recht, Ihre Texte oder einzelne Teile davon Dritten im Hörfunk, im Fernsehen, PC, PDA, (z.B. Palm) oder sonstigen Geräten zur Verfügung zu stellen bzw. zu empfangen oder wiederzugeben, unabhängig von der Übertragungstechnik, das heißt insbesondere analoge, digitale oder anderweitige Datenübertragung mit und ohne Zwischenspeicher, drahtlos (z.B. per Funk oder Satellit) oder mittels Kabel oder sonstigen Datenträgern durch individuellen und/oder gesammelten Abruf (insbesondere BTX, Videotext, Online-Dienste, Internet, Intranet, Extranet, LAN, WAN, Abo-Dienste, e-paper, Push-Dienste. Pull-Dienste, WAP-Handy, UMTS, SMS etc.) einschließlich des Rechts zur auch audiovisuellen Speicherung, Herstellung und Nutzung, Verbreitung und/oder Wiedergabe Ihrer Texte  oder einzelner Teile davon auf Datenträgern wie Compact-Discs, CD-ROM, CD-I, Minidisk und anderen CD-Versionen, Magento-Optical-Disc, Tonbändern, Tonkassetten, DAT- und DCC-Kassetten, Disketten, Festplatten, Schallplatten,  USB-Sticks, Speicherkarten, Speicherchips, Arbeitsspeichern etc. oder einer Kombination solcher Medien.</p>
<p>Für Fahndungsfotos und Phantomzeichnungen wird weder Honorar noch Beschaffungshonorar gezahlt.</p>
<p>Der Auftragnehmer stellt die Auftraggeberin von Ansprüchen Dritter frei, wenn und soweit die vertragsgemäße Nutzung des Werkes Schadensersatzansprüche gegen die Auftraggeberin begründet.</p>
<p>Der Auftragnehmer versichert, dass das vereinbarte Zeilenhonorar – insbesondere hinsichtlich der vorstehenden Übertragung der Nutzungsrechte auf die Auftraggeberin – angemessen ist.</p>
<p>Es ist Ihnen ungenommen, Ihre Manuskripte nach der Erstveröffentlichung bei uns anderweitig anbieten und veröffentlichen zu lassen; die dafür nötigen Nutzungsrechte werden wir Ihnen gerne einräumen, soweit dies die Verwertung der vorstehend eingeräumten exklusiven Nutzugsrechte nicht unbillig behindert.</p>
<p>Die vorliegenden Nutzungsbedingungen gelten auch für zukünftige Beiträge.</p>
<p>Indem Sie sich hiermit einverstanden erklären, entledigen Sie sich als freier Autor aber keineswegs umfassend Ihrer Rechte.</p>
<p>Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und verbleiben mit freundlichen Grüßen.</p></blockquote>
<p>So sieht sie aus, die Welt des &#8220;freien&#8221; Journalismus&#8230;</p>
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		<title>Über Brain Drain in Verlagen: &#8220;Journalisten nicht wie Bittsteller behandeln&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 20:35:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am vergangenen Montag habe ich einen Vortrag beim Publishers&#8217; Forum gehalten; heute ist er nun &#8211; leicht überarbeitet und mit Links versehen &#8211; bei kress online erschienen. Es geht darum, wie Verlage ihre freien Mitarbeiter behandeln, und dass das zu einem Brain Drain führen kann:
Eine Hand voller Content
Seit etwas mehr als zehn Jahren unterrichte ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Montag habe ich einen Vortrag beim Publishers&#8217; Forum gehalten; heute ist er nun &#8211; leicht überarbeitet und mit Links versehen &#8211; bei kress online erschienen. Es geht darum, wie Verlage ihre freien Mitarbeiter behandeln, und dass das zu einem Brain Drain führen kann:</p>
<blockquote><p><b>Eine Hand voller Content</b></p>
<p>Seit etwas mehr als zehn Jahren unterrichte ich an Journalistenschulen, in Volontärskursen und an Universitäten Journalismus. Und obwohl es dabei in den allermeisten Fällen nicht um Ethik des Journalismus oder vergleichbar Grundsätzliches geht, sondern um so profane, praxisrelevante Themen wie Recherche oder Online-Journalismus, kommt doch immer wieder die Frage auf, welche Aufgabe der Journalismus hat oder haben sollte, welche Motivation Journalisten antreibt, ihren Job zu machen.</p>
<p>Darauf gibt es viele schlaue Antworten: Man kann vom Journalismus als der vierten Gewalt im Staat sprechen, die die anderen drei kontrollieren soll, von der Wächterfunktion, die er übernimmt, um in einem System der Checks and Balances dafür zu sorgen, dass die Gewaltenteilung funktioniert.</p>
<p>Man kann aber auch sagen, und manchmal tue ich das: Lesen Sie Rafik Schamis Buch &#8220;Eine Hand voller Sterne&#8221;, dann wissen Sie es.</p></blockquote>
<p><a href="http://kress.de/print/detail/beitrag/103883-matthias-spielkamp-ueber-brain-drain-in-verlagen-journalisten-nicht-wie-bittsteller-behandeln.html">Hier geht&#8217;s weiter</a>.</p>
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		<title>Mindmap zum Leistungsschutzrecht</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Apr 2010 18:01:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
				<category><![CDATA[AGB]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Governance]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Regulierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Verlage]]></category>
		<category><![CDATA[angemessene Vergütung]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute nachmittag nun endlich die Veranstaltung zum Leistungsschutzrecht bei der re:publica. Zur Einführung habe ich eine Mindmap vorgestellt, die ich angelegt hatte, um die Fragen, die sich mit dem Leistungsschutzrecht verbinden, zu visualisieren. Es war ein Experiment, und Thomas Rhode  (@bewegte_lettern) hat mich auch darauf hingewiesen, dass eine Variante, bei der die einzelnen Punkte vergrößert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nachmittag nun endlich die <a href="http://irights.info/index.php?id=81&amp;tx_ttnews[tt_news]=467&amp;cHash=522c6d4d6a">Veranstaltung zum Leistungsschutzrecht</a> bei der re:publica. Zur Einführung habe ich eine Mindmap vorgestellt, die ich angelegt hatte, um die Fragen, die sich mit dem Leistungsschutzrecht verbinden, zu visualisieren. Es war ein Experiment, und Thomas Rhode  (<a href="http://twitter.com/bewegte_lettern">@bewegte_lettern</a>) hat mich auch darauf hingewiesen, dass eine Variante, bei der die einzelnen Punkte vergrößert und verkleinert werden, die bessere gewesen wäre. Vielleicht beim nächsten Mal.</p>
<p>Interessant wäre es, wenn man an der Mindmap gemeinsam weiter arbeiten würde, denn da stecken sicher einige Fehlschlüsse drin, ganz zu schweigen davon, was man alles noch ergänzen kann. Daher habe ich sie nun bei Mindmeister online gestellt (Dank für den Tipp an Daniel Schultz (<a href="http://twitter.com/presseschauer">@presseschauer</a>) und einen anderen freundlichen Tippgeber, den ich leider nicht mit Namen kenne) und zur WikiMap erklärt, d.h. jeder kann sie ergänzen. Nun, wie sieht&#8217;s aus: Collaboration or not?</p>
<p><iframe width="400" height="400" frameborder="0" src="http://www.mindmeister.com/maps/public_map_shell/47966290/leistungsschutzrecht-f-r-presseverlage?width=400&#038;height=400&#038;zoom=0&#038;no_logo=1" scrolling="no" style="overflow:hidden"></iframe></p>
<p>Immer wieder verschwindet der Embed-Code für die Mindmap aus dem Blog. Ich habe weder Zeit noch Lust herauszufinden, woran das liegt. Sollte sie hier nicht zu sehen sein, gibt es sie außerdem <a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2010/04/16/mindmap-zum-leistungsschutzrecht/">im iRights.info-Blog</a>.</p>
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