Der Elektrische Reporter berichtet über die Einschränkungen, die Nutzer durch DRM hinnehmen müssen: Digitale Entmündigung: Was Dir gehört, gehört Dir nicht (Video am Ende des Beitrags). Ist sehr gut gemacht. Schon vor einiger Zeit hatte ich hier über Apples unsägliche Geschäftspolitik geschrieben.

Aus gegebenem Anlass veröffentliche ich hier im Blog noch einmal meinen Beitrag “Endlich sicher?” über Trusted Computing, der 2004 in der ZEIT erschienen ist (Ausgabe 20/2004). Denn als ich Marios Video gesehen habe, ist mir aufgefallen, wie aktuell er noch ist:

Endlich sicher?

Fast jede Woche gibt es neue Nachrichten über Würmer und Viren. Trusted Computing soll den PC besser gegen solche Angriffe schützen – aber es wird auch den Nutzer entmündigen. Read more

Bei netzpolitik gibt es ein gutes Interview mit Rüdiger Weiss zum Thema. Ich hatte vor mehr als zwei Jahren einen Beitrag für brand eins dazu geschrieben. Die schlimmsten Befürchtungen (”Berufsverbot für eine ganze Branche”) sind nun nicht eingetreten, aber man kann sagen: nur dank der Klarstellungen des Verfassungsgerichts.

Wenn da mal nicht der Bock zum Gärtner gemacht wird:

Liebe Medienpartner,

bereits vergangene Woche fanden die 3. Berliner Sicherheitstage statt. Im Rahmen dieser Diskussionsrunde sprach sich die GVU für öffentliche-private Partnerschaften zur Etablierung von Kompetenzzentren für Internetkriminalität bei den Strafverfolgungsbehörden aus.

Das scheibt die GVU, die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V., in einer Pressemitteilung. Und weiter:

Fehlende Mittel, zu wenig Mitarbeiter, zu viele unterschiedliche Aufgabenbereiche beklagten unisono die Teilnehmer der 3. Berliner Sicherheitsgespräche aus Polizei, Staatsanwaltschaft, Politik und Wirtschaft am 26. Januar. Bei Online-Straftaten seien zunehmende Reaktionsunfähigkeit des Rechtsstaats und reine Kriminalitätsverwaltung die Folgen, lautete die erschreckende Bilanz aus den Reihen der Strafverfolgungsbehörden. “Eine wirksame Bekämpfung der Internetkriminalität erfordert die Schaffung von Kompetenzzentren bei Polizei und Justiz sowie die feste Verankerung von Internet-Fachwissen in der dortigen Aus- und Weiterbildung”, resümiert daher auch Dr. Matthias Leonardy, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V. (GVU), die Diskussionsrunde zum Thema Der virtuelle Tatort. Nur so könne die quantitative und qualitative Überlastung der Dienststellen bei Internetfällen aufgefangen werden, führt Leonardy weiter aus. Dafür erachtet der GVU-Geschäftsführer die Wirtschaft als natürlichen und notwendigen Partner und schlägt eine Public Private Partnership gegen Internetkriminalität vor.

Wieso werde ich immer ganz furchtbar misstrauisch, wenn es ein “Public-Private-Partnership” bei der Strafverfolgung geben soll (ohnehin schon eine sehr zweifelhafte Einrichtung), und der “private” Parter ganz eindeutige Interessen vertritt, die nicht immer (nur) darin bestehen, das geltende Recht durchzusetzen?

Dass dabei nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht, ist bekannt und dokumentiert. Nun kann es immer mal vorkommen, dass Fehler passieren, wobei die GVU schon zu oft Mist gebaut hat, um noch daran zu glauben, dass das alles nur Unachtsamkeiten sind. Viel wichtiger ist aber, dass das Prinzip, eine private Interessenvetretung zu einem Gutachter in Strafverfahren zu machen, natürlich eine Aushöhlung des Rechtsstaats bedeutet. Das hat auch das Langericht Kiel erkannt. Wollen wir hoffen, dass es Justizministerium und Strafverfolgungsbehörden auch so sehen.

(Und von dem unsäglichen Bilogismus-Ideologie-Dummgeschwätz der Mitteilung will ich gar nicht erst anfangen…)

Mit einem interessanten Fall muss sich nun die Bochumer Polizei herumschlagen, wie Spiegel Online berichtet.

Ist ja nett: Das Medienhandbuch hat das Buch “Unerkannt im Netz. Sicher kommunizieren und recherchieren im Internet” besprochen (schon am 30. Oktober, aber ich habe es jetzt erst gesehen): Buchkritik: Die Top 10 für diskretes Kommunizieren im Internet exklusiv | medienhandbuch.de

Letzter Satz: “Am Ende des Buches schenkt der Autor dem Leser dann noch zwei „Sahnehäubchen“ in Form einer „Top 10 für diskretes Kommunizieren“ und eines Gastbeitrages von Matthias Spielkamp mit dem Titel „Was tun, wenn der Staatsanwalt klingelt?“.”

Den Beitrag gibt’s übrigens komplett hier im Blog.

Die neue Message – Internationale Zeitschrift für Journalismus ist frisch am Kiosk. In jeder Message gibt es eine Beilage namens “Werkstatt“, die auf besonders praxisnahe Weise journalistisches Handwerk vermitteln soll. Die aktuelle Ausgabe steht unter der Überschrift

KEINE SPUREN HINTERLASSEN!Wie Sie als Journalist Ihre Recherche und Ihre Informanten online wie offline vor dem Zugriff des Staates oder privater Detektive schützen können, zeigt Ihnen unsere aktuelle Message-Werkstatt.     

Die Texte sind gekürzte Fassungen der Beiträge des Buches “Unerkannt im Netz – Sicher kommunizieren und recherchieren im Internet” von Peter Berger, in dem auch ein Beitrag von mir erschienen ist – zum Thema “Was tun, wenn der Staatsanwalt klingelt?” Der Verlag, UVK, hat mir erlaubt, den Text im Blog zu veröffentlichen. Was ich hiermit mache. Das soll natürlich niemanden daran hindern, die neue Message und/oder das Buch zu kaufen. Denn da steht ja noch viel mehr Interessantes drin.Na dann: Was tun, wenn der Staatsanwalt klingelt? Read more

Natürlich wird netzpolitik.org ohnehin eine Million Mal mehr gelesen als mein Immateriblog. Dennoch könnte es ja sein, dass es der eine oder die andere meiner LeserInnen noch nicht kennt. Daher möchte ich darauf hinweisen, welche tolle Berichtrstattung Markus Beckedahl (und Konsorten) zu ACTA, Telekom-Paket und BKA-Gesetz machen. Das ist ganz groß.

Passt sehr gut zum Eintrag vom 15.8. zum Buch “Unerkannt im Netz – Sicher kommunizieren und recherchieren im Internet”: Die FTD hat ein Dossier veröffentlicht zum Thema Industrie- und Wirtschaftsspoionage:

Im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Wirtschaftsspionage rüsten deutsche Konzerne massiv auf. Sie spannen Ex-Geheimdienstler und Profi-Ermittler ein – und scheren sich nicht immer um Recht und Gesetz. Angriff ist die beste Verteidigung, lautet die Devise.

Buchcover: Unerkannt im Netz - Sicher kommunizieren und recherchieren im InternetOtto, Wolfgang und die Telekom haben alles dafür getan, dass es inzwischen ein heißes Thema ist: Wie kann man seine Daten im Internet schützen? Im Unterricht behandle ich das Thema schon seit Jahren bei Journalistenschulen und Akademien, das Buch dazu hat nun mein Kollege Peter Berger geschrieben. Der Infotext des Verlags:

Gewerkschaften und Datenschützer fürchten um die Pressefreiheit: Immer neue Gesetze erschweren die vertrauliche Kommunikation per Internet und Telefon.

Besonders stark betroffen sind Berufsgruppen, die bislang nur in Sonderfällen ausgespäht werden durften: Journalisten, Juristen und Ärzte.

Doch es ist möglich, die Kontrollen zu umgehen – ganz legal und ohne großen technischen Aufwand! Journalisten können auch weiterhin diskret Informanten kontaktieren. Oder Anwälte ihre Mandanten. Oder Ärzte ihre Patienten.

Das Buch verrät, welche Techniken es gibt. Schritt für Schritt wird der Umgang mit Programmen gezeigt, die die Kommunikation anonymisieren, von der E-Mail über den Chat bis zur Internet-Telefonie. Der Leser erfährt, wie er Spuren auf Computern oder im World Wide Web verwischt. An praktischen Alltagsbeispielen wird gezeigt, welche Methode wann angewendet werden sollte. Dabei setzt das Buch keine besonderen Computerkenntnisse voraus: Wer Surfen, Mailen und Office-Programme benutzen kann, bringt genug Wissen mit, um sich anonym im Internet zu bewegen.

Das Buch behandelt außerdem zwei Spezialthemen: Wie kann man beim Telefonieren mit dem Handy seine Identität verschleiern? Und: Wie umgeht man die Zensur in Diktaturen? Das Buch eignet sich deshalb auch besonders für Auslandskorrespondenten und für Mitarbeiter von Hilfsorganisationen

Vom 22. August an soll es lieferbar sein (Inhaltsverzeichnis, PDF, 256 KB). Hier gibt’s eine Leseprobe (PDF, 336 KB) zum Thema “Anonym telefonieren”. Ich habe zum Buch das Schlusskapitel “Was tun, wenn der Staatsanwalt klingelt?” beigetragen, in dem es darum geht, wie man sich verhält, wenn eine Hausdurchsuchung ansteht.