Bei iRights.info habe ich heute morgen live von der Anhörung des BMJ zu Open Access geblogged.

Etwas spät, aber derzeit komme ich zwischen Leistungsschutzrechtsdebatte und Buchcamp nicht mehr ganz hinterher: Am Donnerstag wurde der deutsche Zweig der Open Knowledge Foundation gegründet. Ich bin dort in den Beirat berufen worden. Hier die Pressemeldung und die Slides meiner Präsentation:

Am 6. Mai 2010 hat sich, im Rahmen des Leipziger Semantic Web Tages, der
deutsche Zweig der Open Knowledge Foundation gegründet.

Open Knowledge, Open Access, Open Data und Open Government in Deutschland zu fördern sowie die Arbeit der auf diesem Feld aktiven Organisationen zu koordinieren, ist das Ziel des deutschen Zweigs der Open Knowledge Foundation (OKFN), die an diesem Donnerstag (7.5.2010) in Leipzig gegründet wurde. In enger Zusammenarbeit mit dem Open Data Network e.V. und anderen Organisationen und Institutionen sollen Projekte initiiert und gefördert werden, die sich für die Offenheit der Wissensgesellschaft einsetzen.

Die Open Knowledge Foundation (OKFN) ist eine internationale, gemeinnützige Nichtregierungsorganisation die sich seit ihrem Bestehen 2004 für den freien und uneingeschränkten Zugang zu “offenem“ Wissen im digitalen Zeitalter einsetzt.

“Wir sind sehr froh, dass sich heute der deutsche Zweig der Open Knowledge Foundation gegründet hat, und eine wichtige Rolle für Open Data und Open Government in Deutschland spielen wird.” so Jonathan Gray, Mitglied des Executive Boards der Open Knowledge Foundation.

Daniel Dietrich, Offizieller Repräsentant der OKFN und zugleich Vorsitzender des Open Data Network in Deutschland ergänzt: “Mit der Gründung des
deutschen Zweigs der Open Knowledge Foundation haben wir einen wichtigen Akteur für mehr Transparenz und offenes Wissen in Deutschland geschaffen.”

Zu den Gründungsmitgliedern zählen mehr als 40 Persönlichkeiten verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen sowie Programmierer,
Journalisten und Vertreter engagierter zivilgesellschaftlicher Projekte.

Wir freuen uns mit Prof.em. Dr. Dr. Eberhard R. Hilf, Prof.em. Dr. Bernd Lutterbeck, Prof. Dr. Rainer Kuhlen, Prof. Dr. Jörn von Lucke und Prof. Dr. Christian Bizer fünf herausragende Persönlichkeiten der deutschen Wissenschaftsgemeinschaft als Ehrenmitglieder des wissenschaftlichen Beirats der OKFN Deutschland begrüßen zu dürfen.

Für Ihre Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Daniel Dietrich
Open Knowledge Foundation
Promoting Open Knowledge in a Digital Age
http://www.okfn.org – http://blog.okfn.org

Official Representative
Open Knowledge Foundation in Germany
Web: http://okfn.de
Mail: daniel.dietrich@okfn.org
Mobil: +49 (0) 171 780 870 3

Hier meine Präsentation: Let’s remix the Wachstumsbeschleunigungsgesetz – offene Daten und freie Lizenzen (PDF, 636 kb)

Am kommenden Donnerstag, den 6. Mai, wird im Rahmen des Leipziger Semantic Web Tages der deutsche Zweig der Open Knowledge Foundation ins Leben gerufen. Die Veranstalter laden dazu herzlich ein.

Ich freue mich, als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats dabei sein zu können, und werde am Nachmittag einen Vortrag halten unter dem Titel “Let’s remix the Wachstumsbeschleunigungsgesetz – offene Daten und freie Lizenzen” (steht noch nicht im Programm).

Hacks 4 Democracy – Open Data Hackday ist die Überschrift, unter der das Open Data Network seine Veranstaltung ankündigt, die einem BarCamp bzw. Hackathon ähnlich sein soll. Es wird darum gehen, Daten zu erschließen, auszuwerten, zu visualisieren und mit anderen Informationen zu mischen. “So entstehen neue Webseiten, Anwendungen und Prototypen für Transparenz und Partizipation”, wie es auf der Website heißt. Und weiter:

Mit dem Opendata Hackday “Apps 4 Democracy” wollen wir einen Beitrag dazu leisten Daten aus Politik und Verwaltung öffentlich zugänglich zu machen.

Die Veranstaltung soll dabei in erster Linie praxisorientiert sein:

Der Ideenwettbewerb ist eröffnet: Wer hat die besten Ideen für Webseiten / Apps / Visualisierungen / Mashups um die Daten der öffentlichen Verwaltung zugänglich zu machen und so dazu beizutragen Verwaltung und Regierung offen, transparent und bürgernah zu gestalten?

Und, wie der Gründer des Open Data Networks, Daniel Dietrich, in seiner Ankündigungsmail schreibt: “Caution: This event is “hands on” – if you prefer to talk about what could be done by others you might get lonely ;)

Hacks 4 Democracy – Open Data Hackday:
http://opendata.hackday.net/

Am 17. & 18. April 2010

Samstag, 17. April, in der Kalkscheune
Johannisstr. 2
10117 Berlin

Sonntag, 18. April, im Upstream – Agile
Adalbertstrasse 7-8
10999 Berlin

Der Open Data Hackday wird gefolgt vom Open Democracy Camp, das am on 8. & 9. Mai stattfinden wird, ebenfalls in Berlin.

Da kann man gespannt sein, welche neue Dynamik das Thema jetzt bekommen wird, welche Daten zur Verfügung stehen und was damit gemacht werden kann.

Wer die Überschrift liest und einen Schrecken bekommt, weil er denkt, ich habe jetzt auch den Heidelberger Appell unterzeichnet, der kann beruhigt sein. Ich habe die sinnlose Gegenüberstellung nur verwendet, weil die WELT es auch macht:

umfrage-WELT

Beam me up, Scotty, there’s no intelligent life on this planet.

Eigentlich hatte Hendrik Werner einen erstaunlich differenzierten Artikel über die Petition zu Open Access geschrieben – und dann haut ihm die (Online-)Redaktion diese idiotische Umfrage in die Seite. Klick mich oder ich schlag Dich. An Werners Stelle würde ich die Kollegen mal schnell ins Gebet nehmen.

Ich erspare mir jetzt zu erläutern, warum niemandes Urheberrechte in Gefahr sind, der seine Werke Open Access zugänglich macht. Das habe ich oft genug getan. Wer’s nicht weiß, aber interessiert ist, der lese den Wikipedia-Eintrag.

Ach ja: Hier geht’s zur Petition.

Bin endlich dazu gekommen, eine Twitter-Liste zum Thema Urheberrecht zu erstellen. Vorschläge für weitere Twitterer bitte hier in den Kommentaren. Danke!

liste-urheberrecht

oa-woche

Am vergangenen Montag habe ich Auftaktveranstaltung zur internationalen Open-Access-Woche in München (Open Access – eine Option für alle Wissenschaftsbereiche?) moderiert. Dort diskutierten Gudrun Gersmann, Historikerin vom Deutschen Historischen Institut in Paris, Gerhard Lauer, Literaturwissenschaftler der Universität Göttingen,
Rainer Jonas, Biowissenschaftler vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung, Joachim Wambsgans, Astronom der Universität Heidelberg und Anke Beck, Vice President Publishing beim Verlag Walter deGruyter.

Inzwischen sind die Videos der Diskussion online.

beger

Gabriele Beger, Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands und Direktorin der Staatsbibliothek Hamburg, auf dem Podium "Zwischen Daseinsvorsorge und Monopolbildung: Wie regeln wir den Zugang zu Wissen?" Rechts Arnd Haller, Jutsiziar bei Google, links icke. (Foto: stephan-roehl.de)

Die Tagung zum Google Settlement ist vorbei. Sie war ein großer Erfolg (etwa 200 Besucher, viele Medienvertreter anwesend, viel Lob von den Anwesenden) und ein kleiner Misserfolg (man ist nicht viel schlauer als vorher). Ob man den Misserfolg des mangelnden Erkenntnisgewinns hätte verringern können, ist immer schwer zu beantworten. Die Veranstaltung war absichtlich als das Gegenteil einer Expertendiskussion konzipiert, da bleiben Details zwangsläufig, aber eben auch notwenig auf der Strecke. Und die Komplexität eines solchen Themas an einem Tag voller Diskussionen zugleich durchdringen und zugleich vermitteln zu wollen, wäre ohnehin Hybris.

Aber ich hoffe, dass wir mit einem Ziel erfolgreich gewesen sind: zu zeigen, dass das Thema mehr Facetten hat, als uns einige fehl geleitete Professoren, Verleger und Schriftsteller glauben machen wollen, die einen Appell unterzeichnet haben, den der größte Teil von ihnen nicht verstanden hat. Die Tatsache, dass wir uns eine Absage nach der anderen eingefangen haben von denen, die wir gebeten haben, die Positionen des Appells zu vertreten, spricht Bände.

Hier Ilja Brauns heldenhafte Live-Zusammenfassung der Diskussion.

Hinweise auf weitere Berichte bitte als Kommentar hinterlassen!

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat mir in einem Schreiben mitgeteilt, dass sie versuchen wird, zur Tagung Enteignung oder Infotopia? Google Books und die Zukunft des Wissens von iRights.info, Böll-Stiftung und Goethe-Institut am 2. Oktober zu kommen. Die Ministerin schreibt

Wie Sie wissen, bereitet mir der bei einem New Yorker Gericht anhängige Rechtsstreit um die Google-Buch-Suche Sorgen, und ich habe gerade einen Amicus Curiae-Schriftsatz dort eingereicht und die Einwände und Bedenken aus deutscher Sicht gegen den im Raum stehenden Vergleich vorgebracht. die Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung, des Goethe-Instituts und von iRights.info wird kurz vor dem sogenannten Fairness-Hearing am 7. Oktober 2009 stattfinden und lässt damit eine sehr spannende Diskussion erwarten. Ich habe mir den Termin notiert und werde versuchen, zu Ihnen zu kommen.

Es ist klar, dass Zypries’ Teilnahme vom Ausgang der Bundestagswahl abhängt, die fünf Tage vor der Konferenz stattfindet – und davon, wie mögliche Koalitionsverhandlungen ablaufen werden. Dennoch ist Ihre Ankündigung natürlich eine freudige Nachricht, und wir hoffen sehr, dass sie auch tatsächlich kommen kann. Anmeldung zur Tagung hier.

alle

Ab sofort kann man sich zur Tagung Enteignung oder Infotopia? Google Books und die Zukunft des Wissens anmelden. Zum Formular geht’s hier. Wir rechnen mit einem vollen Haus, daher sollten Interessierte keine Zeit verlieren.

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