Mär
5
iRights.info: Was kauft man, wenn man ein E-Book kauft?
Filed Under AGB, DRM, E-Books, Publizieren, Urheberrecht, Verbraucherschutz, Verlage, digitales Publizieren | Leave a Comment
Ilja Braun hat sich der Frage angenommen, was Verlage E-Book-Käufern (sind es überhaupt “Käufer”?) vorschreiben wollen, was davon rechtens ist, wie’s in der Frage weitergeht. Hier sein Ergebnis.
Jan
22
Deutschlandfunk über die Zukunft des Journalismus: Qualität im Sinkflug
Filed Under Bürgerjournalismus, Citizen Journalism, Internet Governance, Internet-Regulierung, Journalismus, Leistungsschutzrecht, Lobbyismus, Urheberrecht, Verlage, angemessene Vergütung | Leave a Comment
Wie kann der Journalismus in Zukunft noch bezahlt werden? Diese Frage stellt sich Brigitte Baetz in ihrem Beitrag, der gestern im Deutschlandfunk lief:
Journalismus ist nicht länger ein Handwerk, das ein ausreichendes Einkommen garantiert. In großem Ausmaß werden Stellen gestrichen, werden die Honorare für freie Journalisten gekürzt. Weniger Personal bedeutet aber meist auch: weniger Qualität. Denn Journalismus ist arbeitsintensiv.
Anhören und druchlesen bei DRadio.de.
Jan
21
Diskussion übers Leistungsschutzrecht – nutzlos oder nicht?
Filed Under Internet Governance, Internet-Regulierung, Journalismus, Leistungsschutzrecht, Lobbyismus, Urheberrecht, Veranstaltungen, Verlage, angemessene Vergütung | 9 Comments
Schwer zu sagen, ob sie nun etwas gebracht hat, die Diskussion übers Leistungsschutzrecht Gottes Werk und Googles Beitrag – Zeitungsverlage und die Herausforderungen der Link-Ökonomie gestern Abend in der Böll-Stiftung. Die Debatte krankt an zwei Problemen. Zum einen hätte im Koalitionsvertrag stehen können:
Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein als andere Werkvermittler. Es ist deshalb zu prüfen, ob das der Fall ist und, wenn ja, ob der Gesetzgeber sinnvollerweise etwas unternehmen soll und kann, um das zu ändern.
Aber so funktioniert Politik nicht. Stattdessen steht dort:
Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein als andere Werkvermittler. Wir streben deshalb die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an.
D.h. die Frage, ob es ein Leistungsschutzrecht geben soll, welchen Zweck es erfüllen könnte und ob es die richtige Antwort auf die richtige Frage ist, kann Verlagsvertreter Christoph Keese leicht abwehren mit der Antwort, darüber müsse man sich nicht mehr unterhalten, der Drops ist gelutscht. Das ist ein gewaltiger Lobbying-Erfolg der Verlage und ein Versagen der Politik.
Das zweite Problem ist, dass die Verlage alle konkreten Fragen danach, welcher Preis für ein Leistungsschutzrecht zu zahlen sein wird und wie es genau funktionieren soll, kontern mit der Aussage: Das kann man nicht sagen, da es noch keinen Gesetzesentwurf gibt, aber Sie können sicher sein, dass alles dufte sein wird.
Nicht die besten Bedingungen für eine Diskussion. Eigentlich lausige Bedingungen für eine Diskussion. Aber soll man sie deshalb nicht führen? Bei Twitter wurde sie schon als nutzlos bezeichnet, aber das ist mir zu einfach. Bei Carta heißt es in den Kommentaren:
Die gestrige Diskussion zum Leistungsschutzrecht hat die Diskussion darüber selbst ad absurdum geführt, was gut war:
- Es nutzt nichts, wenn rhetorisch geschulte PA-Leute um den heißen Brei reden, ein eigentliches Leistungsschutzrecht nicht definieren können als auch die Finanzierung eines solchen. Von Dogmatik zu sprechen erweckt den Eindruck, als wenn der Redner über vertiefende Kenntnisse verfügt, dabei wird definitorisches Unvermögen vertuscht.
- Fachbegriffe in den Raum zu werfen – wie „Gesetzeslücke“ – beeindrucken, sind aber falsch
Dem kann ich nur ganz und gar zustimmen. Wenn das ein allgemeiner Eindruck war, war die Diskussion ein Erfolg.
Eine Zusammenfassung von Valie Djordjevic gibt’s im iRights.info-Blog, erste Einschätzungen z.B. bei Daniel Schultz, im Kulturkampf-Blog von ZEIT Online, im Altpapier bei DNews und im Freitag. Das Video gibt’s hier:
Jan
14
Gottes Werk und Googles Beitrag – Zeitungsverlage und die Herausforderungen der Link-Ökonomie
Filed Under In eigener Sache, Internet Governance, Internet-Regulierung, Journalismus, Leistungsschutzrecht, Lobbyismus, Veranstaltungen, Verlage, angemessene Vergütung | 5 Comments
Kommende Woche Mittwoch ist es soweit: Die Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet (unterstützt von iRights.info) eine Podiumsdiskussion zum Leistungsschutzrecht. Unten gibt es eine Linkliste zum Thema (bitte um Hinweise, falls etwas Wichtiges fehlt!).
Gottes Werk und Googles Beitrag
Zeitungsverlage und die Herausforderungen der Link-Ökonomie
Die Medienwelt befindet sich durch die Folgewirkungen der Digitalisierung in einem epochalen Umbruch. Die Zeitungen, einstmals stolze Träger der “vierten Gewalt”, fürchten um ihr klassisches Geschäftsmodell einer anzeigen- und abofinanzierten Bündelung journalistischer Inhalte. Denn der Wegfall der Distributionskosten und die Verweisstrukturen im Internet haben machtvolle Konkurrenz erwachsen lassen. Aggregationstechnologien, soziale Netzwerke und Blogs bieten Leser_innen vielfältige Möglichkeiten, viel gezielter nach Themen zu suchen und Beiträge im Netz mit eigenen Kommentaren und Faktenchecks anzureichern. Die Zeitungsverlage müssen auf dieses veränderte Konsumverhalten reagieren, doch bislang hat sich kein funktionierendes Modell für bezahlten Online-Journalismus herausgebildet.
Im Gegenteil: Aktuelle Nachrichten sind heute in der Regel kostenlos über das Internet oder mobile Applikationen zu beziehen. Von den damit verbundenen Werbeerlösen profitiert vor allem ein Unternehmen wie Google, das mit 85 Prozent den Markt der Suchmaschinen dominiert. Nun möchten auch deutsche Zeitungsverlage an dessen Erlösquellen beteiligt werden. Die geistige Wertschöpfung von Urhebern und Werkmittlern müsse auch im digitalen Raum ihren Preis haben, fordert die Zeitungsbranche. Ein eigenes “Leistungsschutzrecht”, fest im schwarz-gelben Koalitionsvertrag verankert, soll ihnen dafür eine gesetzliche Grundlage geben. Wie begründen sich die Ansprüche der Verlage? Welchen Wert messen wir professionellem Journalismus heute zu?
Mit:
- Dr. Till Jaeger (Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht, Berlin)
- Christoph Keese (Head of Public Affairs, Axel Springer AG, Berlin)
- Dr. Eva-Maria Schnurr (Freie Journalistin, Hamburg)
- Malte Spitz (Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen, Berlin)
Moderation: Matthias Spielkamp (Freier Journalist, Projektleiter iRights.info, Berlin)
Twitter-Hashtag: #boell
Anmeldung erwünscht bei Monika Steins, Fon: 030-28534-244, steins@boell.de
Veranstaltungsort: Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin, Großer Saal, 10117 Berlin, Schumannstr. 8, (Lageplan)
Mit der S-Bahn oder mit der U-Bahn bis Bahnhof Friedrichstraße. Ausgang über die Spree, dann Albrechtstraße, Reinhardtstraße überqueren und nach links in die Schumannstraße.
Für diejenigen, die sich auf die Diskussion dieses doch sehr komplexen Themas vorbereiten möchten, hier eine Leseliste:
Artikel:
- Jan Hegemann: Schutzlos ausgeliefert im Internet, FAZ, 9.4.2009
- Robin Meyer-Lucht: Schutzlos ausgeliefert? Hegemanns Fabel zum Leistungsschutzrecht, CARTA.info, 9.4.2009
- Robin Meyer-Lucht: Verleger-Gema für Onlinetexte: Wer zahlt wofür? (Und wer ist Verleger?), CARTA.info, 11.6.2009
- Hubert Burda: Wir werden schleichend enteignet, FAZ, 30.6.2009
- Anja Seeliger: Die vierte Gewalt ist jetzt im Netz, Perlentaucher, 1.7.2009
- Till Kreutzer: Faszination des Mystischen -Zum Leistungsschutzrecht für Presseverlage, epd medien Nr. 76, 26.9. 2009
- Matthias Spielkamp: Die Lobbyisten der Unfreiheit, Message 3/2009 (Oktober)
- Robin Meyer-Lucht: Koalition plant Leistungsschutzrecht für Verlage, CARTA.info, 20.10.2009
- Matthias Spielkamp: Leistungsschutzrecht: Alter Wein in alten Schläuchen, CARTA.info, 17.11.2009
- Robert Schweizer: “Fair Share”: Verlage sollten angemessen an Werbeeinnahmen aus Links beteiligt werden, CARTA.info, 19.11.2009
- Till Kreutzer: Vorhang zu und alle Fragen offen: Replik auf Robert Schweizers Verteidigung des Leistungsschutzrechts, CARTA.info, 23.11.2009
- Helmut Hartung: Interview mit Christoph Keese: “Die Verlage waren schon im Internet, als es Google noch gar nicht gab”, CARTA.info, 25.11.2009
- Robin Meyer-Lucht: Provider-Jurist zum Leistungsschutzrecht: „Netzsperren für Verlagsinhalte wären denkbar.“, CARTA.info, 13.12.2009
- Ilja Braun: DJV: Leistungschutzrecht ja, Urabstimmung Nein, CARTA.info, 8.1.2010
- Beschwerde beim Kartellamt – Deutsche Verleger gehen gegen Google vor, tagesschau.de, 16.1.2010
Studien und Gutachten:
- Wissenschaftliche Dienste des Bundestages: Leistungsschutzrechte von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen im Zeitalter der Digitalisierung, April 2009 (PDF, 184 KB)
- Timo Ehmann und Emese Szilagyi: Erforderlichkeit eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger (Gutachten im Auftrag des Bayerischen Journalisten-Verbandes), Kommunikation und Recht 2/2009
- Openness and the Internet: The role of transparency in online search and search advertising (PDF, 128 kb), ICOMP White Paper, Oktober 2009 (ICOMP ist eine Lobbyorganisation von Medienunternehmen aus Europa)
Wem das immer noch nicht reicht, kann sich die Diskussion anschauen, die das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) veranstaltet hat, mit Christoph Keese, Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Christoph Fiedler (VDZ) und mir, moderiert von Lutz Hachmeister (IfM):
Dez
17
Geld für Texte im Internet: Die VG Wort stellt sich taub
Filed Under AGB, Journalismus, Publizieren, Urheberrecht, Verlage, Verwertungsgesellschaften | 1 Comment
Die Verwertungsgesellschaft Wort versucht zum dritten Mal, Geld für Texte im Internet auszuschütten. Freiberufliche Autoren werden dabei unter Umständen doppelt übergangen – zugunsten der Verlage. Die VG Wort hat es in der Hand, das zu ändern. Doch sie tut es nicht. Ilja Brauns Text bei iRights.info: Die VG Wort stellt sich taub
Dez
14
Ergänzende Mitteilung für Autoren, Verleger und andere Bücher-Rechteinhaber zum Google-Buch-Vergleich
Filed Under E-Books, GoogleBooks, Verlage, eBook, internationale Abkommen | 1 Comment
Nach drei Wochen on the road ist es nicht immer leicht einzsuchätzen, was denn nun wirklich neu ist (vor allem, wenn diejenigen, die News veröffentlichen, kein Datum angeben), aber wenn ich mich nicht täusche, ist die Ergänzende Mitteilung für Autoren, Verleger und andere Bücher-Rechteinhaber zum Google-Buch-Vergleich (PDF, 160 kb) gerade erst erschienen.
Das Wichtigste:
Diese Ergänzende Mitteilung soll nicht die ursprüngliche Mitteilung ersetzen, sondern sie nur ergänzen.
Diese Ergänzende Mitteilung erläutert:
1) Die inhaltlichen Änderungen des Ursprünglichen Vergleichs,
2) Ihre Rechte unter dem Geänderten Vergleich (siehe diese Ergänzende Mitteilung Seite 5), und
3) Das Datum der Fairness-Anhörung, die anberaumt wurde, um festzustellen, ob der Geänderte Vergleich die endgültige Zustimmung erhalten sollte (siehe diese Ergänzende Mitteilung Seite 6).
WICHTIGE AKTUALISIERUNG: Der Stichtag für die Anmeldung von Büchern und Beilagen zur Barzahlung wurde vom 5. Januar 2010 auf den 31. März 2011 verschoben. Der Stichtag zur Entfernung von Google wurde vom 5. April 2011 auf den 9. März 2012 verschoben. (Der Stichtag zur Entfernung hinsichtlich der digitalen Kopien für Bibliotheken bleibt beim 5. April 2011).
Leider habe ich gerade keine Zeit, mir das Dokument genauer anzusehen, aber es werden sicher im Laufe der kommenden Tage etliche Einschätzungen veröffentlicht werden. Hier ist das englische Original (PDF, 160 kb).
Nov
15
Jason Calacanis: Wenn ich Yahoo wäre… Oder: Wie man Google Konkurrenz macht, ohne nach dem Staat zu schreien
Filed Under Economics, Internet Governance, Internet-Regulierung, Journalismus, Leistungsschutzrecht, Lobbyismus, Publizieren, Verlage, digitales Publizieren | 4 Comments
Ich finde, das hat was: Internet-Unternehmer – turned Blogger – turned Suchmaschinenbetreiber – turned Vodcaster Jason Calacanis skizziert ein Szenario, in dem Verleger geschlossen mit Bing (oder Yahoo) verhandeln, dass ihre Inhalte dort gegen Gebühr indexiert werden.
Gleichzeitig wird Google blockiert. Wer will die Suchmaschine nutzen, bei der er dann die Inhalte der New York Times, von CNN und der Washington Post nicht mehr findet? Wenn das erstmal gelungen ist, kann man auch von Google Geld eintreiben.
Ich wäre für Hinweise dankbar, warum ich das nicht gut finden soll. Denn im Moment sehe ich nur den Charme dieser Strategie: Googles Konkurrenz zu stärken, um sich in eine bessere Verhandlungsposition zu bringen. Genau das soll ja eine Marktwirtschaft mit Konkurrenz ermöglichen. Und die Debatte um ein Leistungsschutzrecht können sich die Verleger damit auch klemmen.
Ist schon klar: Die Verlage würden zunächst sehr viel Traffic verlieren, denn z.B. in Deutschland ist der Marktanteil von Bing und Yahoo verschwindend gering. Aber bei dem, was auf dem Spiel steht, halte ich es für denkbar, dass sich genug zusammenschließen. Allerdings würde schon ein prominenter Ausreißer, wie Spiegel Online, die Erfolgsaussichten sehr schmälern. Und auch das wäre Marktwirtschaft…
Nun gut: Jeff Jarvis ist der Ansicht, dass die Strategie aus dem Grund, den ich auch genannt habe (die Konkurrenz unter den News-Anbietern) niemals funktionieren wird. Außerdem verliere Google so gut wie gar nichts, da in den ersten Treffern der Suche Verlagsangebote kaum eine Rolle spielen. Und nicht zuletzt (so habe ich in Gesprächen in den letzten Tagen auch schon häufiger argumentiert) kann man Seiten hochziehen, die Verweise anbieten, die wiederum von Google indexiert werden. Ich will mich auch gar nicht dazu versteigen zu behaupten, dass das funktionieren kann. Allerdings denke ich schon, dass die Aufmerksamkeit, die der Google-Konkurrenz zukommen würde, recht groß wäre.
Hier noch eine gute Zusammenfassung von Netzökonom Holger Schmidt.
Nov
11
Studie “Begrenzter Journalismus”, Kurt Beck und Leistungsschutzrecht
Filed Under Bürgerjournalismus, Citizen Journalism, In eigener Sache, Journalismus, Leistungsschutzrecht, Lobbyismus, Publizieren, Urheberrecht, Veranstaltungen, Verlage, angemessene Vergütung | Leave a Comment
Gerade ist beim Mainzer Mediendisput die Studie Begrenzter Journalismus (PDF, 1,2 MB) erschienen und wird wohl auch angeregt diskutiert, wie ZEIT online berichtet. Demnach hat sich Kurt Beck dafür ausgesprochen, Qualitätsjournalismus zu fördern. Wie, das hat er (natürlich) offen gelassen. (Christiane Schulzki-Haddouti hatte mich für die Studie befragt.)
Interessant in dem Zusammenhang der Hinweis, dass ich am kommenden Montag auf einer Podiumsdiskussion des Instituts für Medien- und Kommunikatiosnpolitik (IfM) zusammen mit Christoph Keese und Markus Beckedahl über das Leistungsschutzrecht diskutieren werde. Etwas ärgerlich ist, dass es unter der Überschrift >Die “Hamburger Erklärung” gegen das “Internetmanifest”< angekündigt ist und auch so verstanden wird. Ich habe allerdings nichts mit dem Internetmanifest zu tun.
Nov
10
mediafon: BGH rammt Pflöcke gegen Total-Buy-out ein
Filed Under AGB, Journalismus, Lobbyismus, Urheberrecht, Verlage, angemessene Vergütung | 1 Comment
In einer guten Kurzanalyse der gerade veröffentlichten Urteilsbegründung des BGH zu Übersetzerhonoraren (PDF, 148 kb) schreibt mediafon, das Informations- und Beratungsangebot von ver.di, das Urteil werde “erhebliche Wirkung in anderen Medienbranchen entfalten”, denn
viele Sätze der Urteilsbegründung lesen sich, als seien sie ausdrücklich für die Total-Buy-out-Verträge geschrieben, die vor allem im Bereich von Zeitungen und Zeitschriften inzwischen fast schon Standard geworden sind: “Grundsätzlich”, so heißt es zum Beispiel, sei “allein ein an der tatsächlichen Nutzung des Werkes orientiertes Absatzhonorar angemessen”. Zwar könnten auch Pauschalhonorare in diesem Sinne angemessen sein, “dies setzt jedoch voraus, dass die Pauschalvergütung – bei objektiver Betrachtung zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses – eine angemessene Beteiligung am voraussichtlichen Gesamtertrag der Nutzung gewährleistet.” Und das ist bei Total-Buy-out-Verträgen so gut wie nie der Fall.
Wie fast jedes Jahr, seit 2002 das so genannte Stärkungsgesetz (die Novellierung des Urhebervertragsrechts) in Kraft getreten ist und damit der Anspruch auf eine angemessene Vergütung Gesetz geworden, haben die Journalistengewerkschaften für diesen Herbst angekündigt, es werde bald eine Einigung über die angemessene Vergütung erzielt sein (s. z.B. hier, letzter Absatz.) Man kann gespannt sein, was nun dabei herauskommt.
Nov
4
Über den Irrglauben, für Printinhalte werde gezahlt
Filed Under Economics, Journalismus, Publizieren, Verlage | 15 Comments
In der FTD schreibt Joachim Dreykluft:
Verleger und auch die allermeisten Journalisten sind fälschlicherweise davon überzeugt, dass ihre Leser tatsächlich für gedruckte Inhalte zahlen.
Dann dröselt er – recht umständlich – auf, was er für den Irrglauben hält (dass für Inhalte bezahlt werde) und kommt zu dem Schluss, es werde nicht für Inhalte bezahlt, denn es gebe ja Anzeigen:
Doch wer bezahlt die Inhalte, also die Journalisten? Hierfür haben sich Verleger schon vor Hunderten von Jahren eine zweite Einnahmequelle ausgedacht: Anzeigen. So gut wie kein Blatt der Welt verzichtet darauf. Bislang fiel die Tatsache, dass gar nicht die Leser die Journalisten bezahlen, nicht weiter auf.
Nun gut, es ist sicher nicht verkehrt, mal wieder daran zu erinnern, dass die Kosten- und Erlösstrukturen bei Verlagen komplex sind. Dann frage ich mich allerdings, warum Dreykluft keine Zahlen nennt. Hier sind sie:
Quelle: BDZV
Die Verhältnisse haben sich im Gegensatz zum Vorjahr verschoben, als noch 45,8 Prozent aus Anzeigen stammte, 44,8 Prozent aus dem Vertrieb und 9,3 Prozent aus Fremdbeilagen. Was aber sicher daran liegt, dass die Anzeigenerlöse immer weiter sinken. Dreykluft fährt fort:
Denn alle Einnahmen kamen in der guten alten Zeit in einen Pott. Druckereierlöse, Vertriebserlöse, Anzeigenerlöse. Am Ende wurde zusammengezählt. Heraus kaum oft eine schöne schwarze Zahl.
Wenn Dreykluft die Zahlen der Zeitungsverleger bezweifelt, dann hätte ich das gern gewusst und auch einen Beleg dafür gesehen, warum er es tut. Aber eins kann man sicher nicht schließen:
Denn der Leser ist nicht bereit, neben den Distributionskosten auch noch den Inhalt zu finanzieren.
So schön es auch ist, wenn Bewegung in die Diskussion kommt, indem die Verlage selber solche Standpunkte zulassen und sie in ihren Publikationen diskutieren, so sehr hätte ich mir gewünscht, dass es etwas differenzierter gemacht wird.




