immateriblog.de

Matthias Spielkamp über Immaterialgüter in der digitalen Welt

immateriblog.de header image 2

Wer hat Fragen zu Wahlkampf im Netz? Bitte melden.

März 2nd, 2009 · 2 Comments · Bürgerjournalismus, Citizen Journalism, In eigener Sache, Journalismus, Veranstaltungen

Am 19. März werde ich die Internationale Medienkonferenz „Wahlkampf im Netz: Die Macht der neuen Medien – Wie digitale Medien die politische Transparenz beeinflussen“ moderieren (Programm als PDF, 248 kb). Sie wird veranstaltet vom Internationalen Institut für Journalismus von InWEnt, in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Es wird zwei einführende Vorträge geben, einen von Nancy Scola,  Redakteurin der preisgekrönten Online-Publikation techPresident und  Dozentin für Neue Medien und Politik  an der New York University, den anderen von Harry Dugmore, Professor am  Lehrstuhl für Medien und  Mobilkommunikation an der Schule für Journalismus und Medienstudien der Rhodes University in Südafrika.

Danach diskutieren folgende Podiumsteilnehmer das Thema „Wahlkampf im Netz: Die Macht der neuen Medien“:

  • Nancy Scola,
  • Werner D’Inka, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung,
  • Dele Olojede, Vorstand von Timbuktu Media und Pulitzer-Preisträger, Nigeria,
  • Premesh Chandran, Vorstand von Malaysiakini.com, der populärsten malaysischen Website, Malaysia,
  • Faizullah Jan, Dozent an der Fakultät für Journalismus  und Massenkommunikation an der Universität Peshawar,  Pakistan,
  • Dr. Christoph Bieber,  Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Politikwissenschaft der Universität Gießen und Mitglied des dortigen Zentrums für  Medien und Interaktivität, Gründer des Weblogs Internet und Politik.

Das wird sicher eine spannende Debatte. Um sie noch spannender zu machen, hätte ich gern von meinen Leserinnen und Lesern Fragen, die ich den Teilnehmern stellen soll. Wer Lust hat: Die Fragen bitte einfach als Kommentar hinterlassen.

Hier noch die Informationen aus der Einladung zum Thema der Konferenz:

Wahlen sind kein Synonym für Demokratie, sie sind aber eine notwendige Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit einer Demokratie. Der Übergang zur Demokratie wird durch eine starke Opposition gefördert, die die Machthaber zu Kompromissen nötigt. Eine Kernaufgabe demokratischer Wahlen liegt insofern darin, die Trennlinien zwischen den konkurrierenden politischen Kräften zu markieren. Die Bürger optieren für unterschiedliche Lösungsansätze mit Blick auf bestehende gesellschaftliche Probleme. In diesem Prozess spielen Medien eine wichtige Rolle.

Inmitten der digitalen Revolution treibt insbesondere das Internet die Partizipation der Zivilgesellschaft blitzartig voran. Es bietet die Möglichkeit, wie Fernseh und Hörfunk brandaktuell über Ereignisse zu berichten, indes mit der Informationsdichte, die nur im Print zu finden ist. Die Reichweite des World Wide Web und damit der Zugang zur internationalen Wissensgemeinschaft werden zusätzlich durch das Mobiltelefon als Informationsmedium erhöht. Dies ist von Bedeutung in Entwicklungs- und Schwellenländern, wo die Zuwachsraten bei Mobiltelefonen alle Erwartungen übertref- fen. Mehr und mehr Online-Medien bieten deshalb Websites fürs Handy an und umgehen damit die Schwierigkeiten in weniger entwickelten Regionen, wo Computer und Breitband- Internet nicht allerorten anzutreffen sind.

Das Web ist jedoch mehr als nur ein Instrument der Medien. Politiker nutzen es im Kampf um Wähler und kommen nicht umhin, bisherige Wahlkampfstrategien zu überdenken: Wie können weitere Wählergruppen erreicht, wie Spendentöpfe gefüllt werden, über welche Kanäle spricht man am besten mit den Bürgern. Nichtdemokratische Regierungen hingegen nutzen die digitalen Medien für Propaganda. Zugleich müssen sie sich den Herausforderungen stellen, die mit dem Internet einhergehen. Und zwar der Tatsache, dass das Internet nicht nur ein Instrument der Medien und Politiker ist, sondern auch ein Instrument der Wähler.

Die rasante Verbreitung des Bürgerjournalismus, der Ein?uss von Blogs und Podcasts auf den öffentlichen Diskurs, die Beliebtheit von Social-Networking-Sites, dies alles können Politiker nicht länger ignorieren – weder in entwickelten noch in Entwicklungsländern. Währenddessen müssen die eta- blierten Medien lernen, mit den aufstrebenden Bürgermedien umzugehen, die das gesellschaftliche Meinungsspektrum um neue Stimmen bereichern. Ziel der Konferenz ist es, den Dialog internationaler Medienfachleute zu diesen aktuellen und brisanten Fragen zu fördern.

Tags:

2 Comments so far ↓