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Matthias Spielkamp über Immaterialgüter in der digitalen Welt

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Freiwillig für Inhalte zahlen – auch in Deutschland?

Februar 11th, 2009 · No Comments · digitales Publizieren, Economics, Journalismus, Publizieren, Verlage

Steve Outing berichtet von einem Modell, das ihn überzeugt: Nutzer sollten freiwillig für Inhalte zahlen können:

Think of it this way and you’ll understand the core concept behind Kachingle: Just as online users currently pay an Internet provider $30 or more a month for their computers to access the Internet, and perhaps a monthly fee for all the music they want from a service like Rhapsody, they’ll also pay a monthly fee for all the news and blog content on the Web. Only the last fee is voluntary, and it will be up to publishers to educate the public on the importance of paying for content online. (National Public Radio has been doing this for itself for decades. Now commercial news publishers and bloggers need to do it to benefit all of them, not just one entity.)

1994 habe ich einen Sommer lang als Assistent Producer bei On the Line with Brian Lehrer (heute The Brian Lehrer Show) bei WNYC in New York gearbeitet, einer der größten und besten Public Radio Stations in den USA. Unter anderem habe ich in der Zeit auch den Pledge Drive erlebt, bei dem die Stationen ohne Unterlass die Hörer dazu auffordern, ihre Stationen mit Spenden zu unterstützen. Das Modell ist faszinierend, und in den USA funktioniert es ganz gut. Aber meine Befürchtung ist, dass es in Deutschland nicht angenommen wird. Mit Kleinspenden finanzierte Projekte haben in den USA eine andere Tradition, was man auch an Organisationen wie der EFF sehen kann – auch, wenn Deutsche Spendenweltmeister sind. Das ist nicht nur ein Cliché, ich habe meine eigenen Erfahrungen damit gemacht, als ich den nichtkommerziellen Lokalradio-Sender Radio Flora in Hannover mit ins Leben gerufen habe.

Was mich unter diesen Vorzeichen besonders besorgt ist die Tatsache, dass ein solches Modell, sollte es in den USA erfolgreich eingeführt werden, zu weiterer Konzentration von Medienmacht führen könnte. Denn wer könnte es besser populär machen als Google? Dazu muss man dann die Economies of Scale sehen: die US-Medien habe schon jetzt einen gewaltigen Vorteil, was die Zahl der tatsächlichen und potenziellen Leser angeht, der auch nicht schrumpfen wird. Denn in Zukunft werden eher mehr als weniger Menschen Englisch sprechen. Wenn also diese Menschen noch mehr englischsprachige Medien konsumieren als bisher und diese dann womöglich – zu Recht – für ihre Berichterstattung schätzen und mit Spenden unterstützen, wird es für den deutschen Journalismus noch enger. Keine schönen Aussichten. Also doch staatlcihe Unterstützung für „Qualitätsmedien“, wie es Jürgen Habermas in der SZ gefordert hatte?

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