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Matthias Spielkamp über Immaterialgüter in der digitalen Welt

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Amazon, der Kindle und die US-Verleger: Der Papst will nicht zu den Blinden sprechen (lassen)

Mai 18th, 2009 · 1 Comment · Bücher, digitales Publizieren, DRM, E-Books, Lobbyismus, Publizieren, Urheberrecht, Verlage

Es gibt in den USA eine gewaltige, berechtigte Auseinandersetzung darüber, dass der US-Autorenverband (ja, der gleiche, der das Google-Book-Settlement ausgehandelt hat) Druck auf Amazon ausgeübt hat, die Vorlesefunktion des Kindle eBook-Readers grundsätzlich auszuschalten. Der Grund: Amazon verletze damit Urheberrechte, weil Amazon für diese Funktion Hörbuchrechte erwerben müsse.  Genauso hirntot, rücksichtslos, dreist und scheinheilig wie das Vorgehen der Authors Guild ist das Verhalten von Amazon, es nicht auf einen Rechtsstreit ankommen zu lassen, sondern einzuknicken.

Nun hat sich James Love von KEI angeschaut, welche Bücher bereits stummgeschaltet sind. Darunter Bücher von Barack Obama, US-Vizepräsident Biden, Toni Morrison, Stephen King, Mutter Teresa und: dem Papst.

Man kann davon ausgehen, dass die Autoren nichts davon wissen. Aber was wäre, wenn sie es wüssten? Hat eine/r meiner Leser/innen einen guten Draht zum Papst und kann ihn mal fragen?

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One Comment so far ↓

  • Philip

    Moin!

    Leo Laporte hat dazu folgende Theorie: Amazon wusste, dass die Autoren aufschreien werden, hat deshalb einen Schalter eingebaut, ihn aber erst umgelegt, als die Autoren tatsächlich aufschrien. Amazon kalkuliere damit, dass der Zorn der User dann die Autoren/Verlage trifft und sie sich in Zukunft zwei Mal überlegen, ob sie ein Feature verbieten lassen oder lieber ihren Kunden geben, was die Kunden haben möchten.